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»» Schnecken für kleine Aquarien

Eine Raubschnecke Anentome helena mit weit ausgefahrenem Sipho auf Nahrungssuche. Garnelen wie die Redfire-Zwerggarnele (oben links) haben jedoch nichts zu befürchten.

Planorbella_Rote_Posthorn...

Posthornschnecke (Planorbella spec.)

Raubschnecke, Anentome helena

Nerita_turrita_vk1.jpg
Zebra-Rennschnecke, Neritina (Vittina) turrita

Auszug aus meinem Buch "Kleine Aquarien"

Lymnea stagnalis
Turmdeckelschnecke2.jpg
Melanoides tuberculata

Spitzschlammschnecke (Lymnaea stagnalis)

Spitzschlammschnecken sind in unseren Tümpeln beheimatet und werden leicht mal ins Aquarium eingeschleppt. Das kann ein Problem werden, denn manchmal gehen einige an zarte Aquarienpflanzen! Es gibt aber Garnelenfreunde, die auf einzelne Spitzschlammschnecken nicht verzichten wollen. Sie fressen nämlich gern die Süßwasserpolypen Hydra, die Fisch- und Garnelenbabys nachstellen!

Wir erkennen diese Schnecken leicht an ihrem einfarbigen, großen, spitz zulaufenden Gehäuse und den keilförmig zugespitzten Fühlern. Spitzschlammschnecken werden bis zu 6 cm groß. Die in Gartenteichen häufigen Tiere sind auch ein ausgezeichnetes Futter für Raubschnecken!

Malaiische Turmdeckelschnecke (Melanoides tuberculata)

Auch diese Schnecke hat ein spitz zulaufendes Gehäuse, das jedoch viel schlanker ist als das der Spitzschlammschnecke. Malaiischen Turmdeckelschnecken werden auch kaum länger als 1 cm. Sie leben tagsüber im Bodengrund des Aquariums und sind als Resteverzehrer und gleichzeitige Bodenwühler nützlich. Sie halten den Boden locker, ohne die Pflanzen zu schädigen. Daher bezeichnet man sie gelegentlich auch als die Regenwürmer eines Aquariums! Sie bewähren sich in jedem Bodengrund. Speziell in feinem Sandboden sind ihre Dienste besonders wichtig.

Die lebendgebärenden Tiere können sich gelegentlich sehr stark vermehren, werden aber selbst dann nicht schädlich. Wenn sie auch bei Licht den Boden verlassen, so ist dies ein Zeichen dafür, dass der Boden stark verschmutzt und erneuerungsbedürftig ist.

Posthornschnecke (Planorbarius corneus)

Die posthornartig aufgerollten, rötlich oder schwärzlich gefärbten Posthornschnecken ge­hören zu den häufigsten Schnecken im Aqua­rium. Ihre Rolle als Algenvertilger wird jedoch meist überschätzt, auf der anderen Seite sind die Posthornschnecken jedoch auch nicht ge­fährlich für die Aquarienbepflanzung - nur bei Massenvermehrung können sie lästig wer­den.

Beliebt sind die roten Posthorn­schnecken. Es sind eigentlich albinotische Tiere, denen die dunklen Farbpigmente fehlen. Der rot durchschimmernde Blutfarbstoff Hämoglobin (übrigens eine Besonderheit bei Schnecken!) verursacht die attraktive Färbung.

 

Raubschnecke (Anentome helena)

Wie der Name andeutet, ist diese Schneckenart ein Räuber – sie frisst andere Schnecken! Sie nimmt auch Trockenfutter, allerdings nur ungern. Die attraktiv hell-dunkel geringelte Schnecke mit dem konischen Gehäuse und dem rüsselartigen Sipho leistet gute Dienste, wenn andere Schnecken überhand nehmen. Leider stellen die Raubschnecken auch unseren nützlichen Bodenwühlern, den Turmdeckelschnecken nach. Zwerggarnelen werden dagegen toleriert.

 

Zierschnecken

Auch die oben angesprochenen Posthornschnecken und die Raubschnecken könnten ohne weiteres als Zierschnecken bezeichnet werden. Die hier vorgestellten werden häufiger angeboten, aber ständig werden neue Arten importiert.

Apfelschnecke_1.jpg
Apfelschnecke Pomacea bridgesii, Naturform
Apfelschnecke.jpg
Apfelschnecke (Pomacea bridgesii) gelbe Variante

Apfelschnecke (Pomacea bridgesii)

Die bis zu 10 cm groß werdende, tropische Ap­felschnecke ist ein schon lange bekannter Aquarienbe­wohner. Für die Kleinen unter den Kleinaquarien wird sie allerdings zu groß! Es gibt sie in mehreren Farbvarianten. Neben der abgebildeten Naturform sind gelbe und orangefarbene Formen beliebt.

Die Eier werden außerhalb des Wassers in großen Laichpaketen abgelegt - oft an der Deckscheibe des Aquariums. Auch Apfel­schnecken fressen Algen - sie brauchen daneben aber auch Fischfutter, um gut wachsen und sich fortpflanzen zu können.

Neben der P. bridgesii gibt es weitere Arten. Zum Verwechseln ähnlich ist P. canaliculata. Man erkennt sie leider meistens erst, wenn sie mit bestem Appetit über die Aquarienpflanzen herfällt. Die bridgesii dagegen geht nur an bereits abgestorbene Pflanzenteile!

Hier ein aktueller Zusatz, der bei Drucklegung des Buches natürlich nicht bekannt sein konnte:

Achtung, seit November 2012 ist es EU-weit verboten, Schnecken der Gattung Pomacea zu halten, zu züchten oder weiterzugeben! Begründung: In Teilen Spaniens haben Apfelschnecken im Freiland in den Reisfeldern großen Schaden angerichtet. Zwar  ist es offensichtlich nicht die P. bridgesii und in Mitteleuropa dürften diese tropischen Schnecken die Winter im Freien nicht überstehen, aber das Gesetz ist nun mal so!

 

Zebra-Rennschnecke (Vittina turrita)*

Eine meist gelb-schwarz gemusterte Schnecke, in der Musterung außerordentlich variabel. Sie wird etwa 2,5 cm groß und bewegt sich – trotz ihres Namens – im typischen Schneckentempo voran. Verzehrt gern Algen, geht aber auch an Zusatzfutter! Harmoniert mit Pflanzen und allen anderen Aquarienbewohnern.

Hält sich gern in Gegenwart von Artgenossen auf. Die Vermehrung ist im Süßwasseraquarium nicht möglich, da die schwimmenden Larven sich nur im Brackwasser der Flußmündungen entwickeln. Sie kriechen (rennen! Daher der Name) anschließend die Flüsse hoch und gelangen so wieder in Süßwasserbereiche.

Wird oft mit der  ähnlichen Rennschnecke V. coromandeliana verwechselt, die aber kaum (nie?) importiert wird! Unsere Vittina turrita werden regelmäßig aus Java eingeführt.

 

Tylomelania spec.
Tylomelania spec. orange rabbit

Geweihschnecke (Clithon spec.)

Die Angaben zur Haltung der Zebra-Rennschnecken gelten entsprechend für die verwandten Clithon Arten, die Geweihschnecken. Sie haben antennenartige Auswüchse an der Schale und kommen in fast allen denkbaren Farben und Mustern vor. Wasserverunreinigungen tolerieren sie nicht; daher ist regelmäßiger Teilwasserwechsel angesagt.

Es gibt weltweit über 31 verschiedene Arten, selbst in der Türkei und auf Neuseeland werden sie gefunden! Die Larven der Clithon-Arten wachsen im Meer auf. Daher findet man diese Schnecken immer nur in Meeresnähe.

 

Tylomelania_patriarchalis...
Tylomelania patriarchalis

Tylomelania-Arten

Diese attraktiven Schnecken aus Sulawesi sind etwas anspruchsvoll. Sie brauchen weiches Wasser zwischen 27 und 29° C. Sie erinnern an Turmdeckelschnecken, werden aber weitaus größer (bis zu 12 cm!) und graben nicht. Nur für größere Kleinaquarien geeignet und am besten keine Fische!

 

* Eine Anmerkung zum wissenschaftlichen Namen der Zebra-Rennschnecke: Ihr korrekter Gattungsname ist (derzeit) Neritina! Frau A. Behrendt besten Dank für diese Information.


Keine Frage! In meinem Buch "Kleine Aquarien" gibt es selbstverständlich viele weitere Informationen zu diesem großen Tierstamm!


letzte Revision: 8. 12. 2012

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