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Trichopsis schalleri in neutraler Färbung, oben ein Männchen, unten das Weibchen.

Der unten vorgestellte Videofilm dokumentiert viel zum Leben dieses knurrenden Fischchens. Die sehr ausführlichen Kommentare sind hier (weitgehend) identisch wiedergegeben. Der zweite Film ist sehr ähnlich, jedoch mit englisch-sprachigen Kommentaren. Auch sie sind unten nachzulesen.

 

Trichopsis schalleri - der Film-Kommentar

© Dr. Jörg Vierke

Trichopsis schalleri ist ein liebenswerter kleiner Gurami, der sich ausgezeichnet auch für kleinere Aquarien eignet.

Er stammt aus Mittelthailand, doch auch in Südvietnam soll er vorkommen.

Der Knurrer ist relativ lautstark, aber Hunde die bellen, beißen bekanntlich nicht. Schalleri ist ausgesprochen friedfertig. Kleine Balgereien bleiben in aller Regel ohne Folgen.

In verschiedener Hinsicht gibt es aber Unklarheiten im Hinblick auf diesen Labyrinthfisch. Sie betreffen vor allem die Abgrenzung zum Knurrenden Zwerggurami Trichopsis pumila. Die kleinen Zwergknurrer werden gerade mal 3 cm groß, schalleri erreicht gut 5 cm.

Gut unterscheidet man die beiden Arten am Verlauf der oberen Längsbinde. Pumila zeigt sie immer auf gleiche Weise. Sie besteht aus einer unregelmäßigen Punktreihe. Bei schalleri ist dieses obere Längsband regelmäßiger und vor allem stimmungsabhängig. Oft ist es nur schwach ausgepägt, gelegentlich ist es sogar völlig aufgelöst.

Im Gegenlicht sehen sie weniger eindrucksvoll aus. Bei laichreifen Tieren kann man dann jedoch leicht die Geschlechter unterscheiden. Der Eierstock der Weibchen ist dann als sich spitz nach hinten erstreckendes Schattenbild zu erkennen.
Die Färbung ist nicht nur stimmungsabhängig, sie wird entscheidend auch vom Lichteinfall beeinflusst. Bei Auflicht können sowohl schalleri als auch pumila herrlich blau leuchten.

Im Gegenlicht sehen sie weniger eindrucksvoll aus. Bei laichreifen Tieren kann man dann jedoch leicht die Geschlechter unterscheiden. Der Eierstock der Weibchen ist dann als sich spitz nach hinten erstreckendes Schattenbild zu erkennen.

Wenn die schalleri wie hier balzen, sind die Geschlechter leicht am Farbmuster zu unterscheiden. Der Fisch mit dem kräftig durchgezogenen Unterstreifen ist das Weibchen.

Anders als bei pumila können bei schalleri beide Geschlechter knurren. Bei der Balz allerdings wie hier gibt das Männchen den Ton an.

Hier trägt das Männchen ein typisches querstreifenähnliches Muster – es ist bereit für Balz und Paarung. Das Weibchen dagegen ist farblos oder – häufiger – trägt es einen durchgehenden kräftigen Unterstreifen.

In diesem Aquarium befindet sich eine weit nach außen geöffnete Kokosnusshöhle. Sie ist Zentrum für die Balz der nun laichwilligen Tiere. Ich hatte die Fische mit reichlich Lebendfutter versorgt – sicher eine gute Möglichkeit, sie in Laichkondition zu bringen.

Mit kräftigem Schwanzwedeln versucht der schalleri-Mann sein Weibchen zu verführen. Dabei ist er nach oben ausgerichtet, der Labyrinthfisch-Freund würde hier das Schaumnest vermuten. Aber weit gefehlt! Das Nest ist hier definitiv nicht, es ist abseits im Pflanzendickicht versteckt.

Das ist außergewöhnlich für Labyrinthfische, in der Gattung Trichopsis ist das jedoch normal.

Aber auch die Laichstelle wird von unliebsamen Zaungästen – hier eine kleine Schnecke -  frei gehalten.

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Trichopsis schalleri-Vater mit seiner Brut

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Hier finden jetzt wieder und wieder die sehr kurzzeitigen Umschlingungen statt, die für die Paarungen von Trichopsis typisch sind. Zunächst sind sie noch ohne Laichausstoß, es sind also Scheinpaarungen.

Jetzt eine richtige Paarung. Wenn das Ei oder das Laichpaket erscheint, wird es umgehend vom Männchen aufgeschnappt. Es zögert dann nicht lange und bringt es zu seinem Nest, das er zwischen den Pflanzen versteckt hat.

Offenbar bin ich den Fischen mit meiner Kamera zu nahe gekommen. Die folgenden Paarungen fanden gut getarnt in der Pflanzenzone statt. Auch wenn das Weibchen hin und wieder zum alten Ablaichplatz kam – ich konnte keine weiteren Laichvorgänge vernünftig filmen.

Schauen wir dann mal zum Nest! Unter diesem Pflanzenblatt hat der Fischvater die Eier zusammengetragen. Hier liegen die weißen Laichkörner eingebettet in Schaumblasen.

Die Eier haben einen Durchmesser von etwa einem Millimeter. Bei 26° C schlüpfen die Jungen nach 54 Stunden. - Hier sind sie etwa einen Tag alt. Sie hängen an kleinen Haftdrüsen, die sich in ihrer Kopfregion befinden. Der Vater sorgt dafür, dass nach unten fallende Larven wieder an ihren angestammten Platz kommen.

Am 4. Tag nach dem Schlupf beginnen die Kleinen frei zu schwimmen. Die meisten halten sich zwar noch im Nestbereich auf, aber bald werden auch sie es verlassen und nach Fressbarem – nach kleinsten Futtertieren – suchen. Dann beginnt der Brutpflegetrieb des Vaters langsam zu erlöschen.

Hier die deutsche Fassung des Films zu Trichopsis schalleri:


Trichopsis schalleri - the Video Comment

© Dr. Jörg Vierke

 

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Trichopsis schalleri, female (top) and male

Trichopsis schalleri is a lovable little gourami, which is perfect for smaller aquariums.

It originates from central Thailand, but it should also occur in South Vietnam.

The Growler is relatively noisy, but dogs that bark,  don´t bite. Schalleri is very peaceful. Small quarrels usually remain without consequences.

In some respects, there are ambiguities in relation to this labyrinth fish. They concern mainly the definition to the Dwarf Gourami Trichopsis pumila. The small pumila just reach three cm, schalleri good 5 cm.

But one question still remains: The popular english name for schalleri is "Three-Striped Croaking Gourami". Where on earth is the third stripe?

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We easily can distinguish the two species at the upper course of the horizontal band. Pumila always shows it in the same way. It consists of a series of irregular points. In schalleri this band is more regular and it especially depend on the mood. It is often weak, sometimes it is even completely dissolved.

But one question still remains: The popular english name for schalleri is "Three-Striped Croaking Gourami". Where on earth is the third stripe?

When schalleri is in courtship-mood, the sexes are easily to distinguish. The fish with a strong solid lower band is the female.

Unlike pumila both sexes of schalleri can croak. During courtship, however, as here to be seen, the male gives the tone.

Here the male bears a typical pattern with transverse stripes - it is ready for courtship and mating. The female, however, is colorless, or - more often - it bears a strong continuous lower Band, but only a very weak upper stripe.

In this aquarium there is a wide-opened coconut cave. This cave now is the center for the spawning willing animals. I had provided the fish with plenty of live food - surely a good way to bring them into spawning condition.

With vigorous tail wagging the gourami man tries to seduce his female. He is geared up, the labyrinth friend would suspect the bubblenest here. But far from it! The nest is definitely not, it is hidden away among the lush vegetation to the right.

This is unusual for labyrinth fish, but in the genus Trichopsis it´s normal.

However, the spawning site is maintained to unwelcome onlookers - here a little snail.

Here one can see again and again the very short wraps, which are typical for the pairings of Trichopsis. First, they are still without spawning output.

Here is a pairing with egg-release. As soon as the egg appears it will be picked up immediately by the male. It will not hesitate long and takes it to its nest, which he has hidden between the plants.

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Apparently I got too close to the fish with my camera. The following spawnings were well camouflaged in the plant zone. Even if the female sometimes visited the coconut-cave - I could shoot no more spawning events.

Let´s then have a look to the nest! The fish father has collected the eggs under this plant leaf. Here the white eggs are embedded in foam bubbles.

The eggs have a diameter of about one millimeter in width. At a temperature of 26 ° C the young hatch after 54 hours. - Here they are about a day old. They hang on small adhesive glands, which are located in its head region. The father makes sure that down falling larvae come back to its original place.

Four days after hatching the little ones begin to swim freely. Most of them still stay in the nest area, but soon they will leave it searching for anything edible - the smallest of food animals. Then the parental care of the father ends.

Thank You for help with the translation, Karin!

© Dr. Jörg Vierke, letzte Überarbeitung 23. 9. 2012

Here the video in the english version:

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