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Rotbrust-Tüpfelbuntbarsch Laetacara dorsigera

© Dr. J. Vierke

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Rotbrust-Tüpfelbuntbarsch Laetacara dorsigera, Männchen in Prachtfärbung
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Laetacara dorsigera, bei der Balz spannt das Männchen die Flossen voll auf!
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Laetacara dorsigera, balzendes Paar. Links das dunklere Weibchen.
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Rotbrust-Tüpfelbuntbarsch Laetacara dorsigera, Paar am Laichplatz, oben das Weibchen
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Das dorsigera Weibchen heftet weitere Laichkörner zum Gelege
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Hier besamt das Männchen den Laich, das Weibchen (links) wartet.
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Rotbrust-Tüpfelbuntbarsch Laetacara dorsigera: Nach Beendigung der Laichabgabe kümmern sich beide Eltern gemeinsam um das hier rötlich schimmernde Gelege. Links das kleinere und dunklere Weibchen.

Man sieht ihn weniger häufig im Zoogeschäft als seinen nahen Verwandten, den Blauen Tüpfelbuntbarsch Laetacara curviceps. Gemeint ist der hier vorgestellte Rotbrust-Tüpfelbuntbarsch Laetacara dorsigera. Gelegentlich wird er auch als Halbbinden - Rotbrustbuntbarsch bezeichnet. Früher kannte man ihn als Aequidens dorsigerus.

 

Kennzeichen: Diese Cichliden können zu den Zwergbuntbarschen gezählt werden, denn sie erreichen gerade mal Längen von maximal 9 cm. Diese Zahl ist aber schon hoch gegriffen und sie gilt wirklich nur für besonders gut entwickelte Männchen! Die Weibchen bleiben mit bestenfalls 6 cm Gesamtlänge deutlich kleiner.

Die Körperform der dorsigera ist oval wie bei seinem nahen Verwandten, dem curviceps, das Maul ist auffallend klein. Wer genauer hinsieht kann erkennen, dass die dorsigera deutlich breiter als curviceps gebaut sind. Dadurch ist er zwar massiger als die dorsigera, aber offenbar weniger wendig. Gleichgroßen L. curviceps sind die dorsigera eindeutig unterlegen. Man sollte sie also möglichst nicht gemeinsam halten.

Anmerkung: Zum Blauen Tüpfelbuntbarsch Laetacara curviceps gibt es hier bei Fischreisen einen gesonderten Bericht  >>>

Zur Zeichnung: Vom Augenhinterrand bis zur Körpermitte verläuft ein dunkles Längs­band, das dort meist in einem Fleck endet. Im Verkaufsbecken der Händler sind die Tiere in der Regel wenig attraktiv, aber zur Fortpflanzungszeit muss man ihn, unter anderem wegen seiner dann wunderschön rot gefärbten Kehl­- und Brustpartie, zu den schönsten Zwergcichliden zählen! Dann sind die Weibchen deutlich dunkler gefärbt als ihre männlichen Artgenossen.

 

 

Geschlechtsunterschiede: Die Männchen werden deutlich größer und haben im Alter länger ausgezogene Rückenflossen. Männchen meist mit schwarzem, gold-farbig gesäumtem Fleck in der Mitte der Rückenflosse. Cichliden-Experten können aber auch bei noch halbwüchsigen Tieren die Geschlechter unterscheiden: Die Weibchen sind etwas untersetzter und oft auch dann schon kleiner. Es bleibt dann allerdings doch immer noch eine gewisse Unsicherheit.

 

 

Herkunft: Sumpfgebiete im Umkreis des Rio Paraguay im südlichen Südamerika.

 

 

Pflegeansprüche: Es sind ausgesprochen friedfertige Buntbarsche, die keine besonderen Ansprüche an das Wasser und das Futter stellen. Die ruhigen Fische vertragen Wasserhärten bis zu 20° dGH, besser ist aber natürlich weicheres Wasser. Die Temperatur sollte zwischen 22 und 26° C liegen und der Säuregrad des Wassers bei pH 6,0 bis 7,3. - Und auch die dorsigera sind dankbar für gelegentliches Lebendfutter oder zumindest aufgetautes Frostfutter.

Im Gegensatz zu curviceps würde ich diese Laetacara auch nicht für Zuchtzwecke in einem kleinen Aquarium unterbringen. Die Fische sind schon etwas sensibel. Für ein Paar dieser ruhigen Tiere sollten gut gegliederte Aquarien von mindestens 60 cm Seitenlänge zur Verfügung stehen. Ausge­zeichnet sind sie jedoch auch für das große Gesellschaftsaquarium geeignet. Allerdings sollten die Mitbewohner ebenfalls friedlich und nicht zu hektisch sein.

Zur Einrichtung: Sandboden, da­zu einige glatte Steine; eine dichte Randbepflanzung und Wurzel­unterstände sollten nicht fehlen. Die Pflanzen bleiben weitehend unbehelligt, auch wenn fortpflanzungswillige Fische gelegentlich etwas im Boden graben.

 

 

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Laetacara dorsigera-Männchen beim Befruchten des Laichs

Fortpflanzungsverhalten und Zucht:  Zur Zucht lohnt es sich, die Fische gut mit Frost- oder Lebendfutter anzufüttem. Da die Fische sich schnell gestört fühlen, empfiehlt sich ein seperates Zuchtaquarium. Aber gelegentlich laichen die dorsigera auch im Gesellschaftsaquarium.

Die Fische nehmen dann eine schöne dunkle Färbung an, wie das auf den Fotos und im Film gezeigt wird. Je nach dem Einfallwinkel des Lichts zeigen sie manchmal herrliche Farben und Farbmuster.

Vor dem Ablaichen findet eine aufwendige Balz statt. Das Paar stimmt sich aufeinander ein. Es sucht nach passenden Laichplätzen und vergewissert sich gegenseitig durch ruckartige Kopfbewegungen (Rütteln) seiner Laichbereitschaft. Einzeln und gemeinsam werden die verschiedensten Laichsubstrate durch Beißbewegungen geprüft. Früher glaubten die Aquarianer, die Fische wollten auf diese Art den zukünftigen Laichuntergrund säubern. Aber es geht hier wohl eher um eine Art "Abstimmung".

Wenn sich das Paar auf einen Laichplatz geeinigt hat, legt das Weibchen schubweise bis zu 500 Eier (normalerweise etwa 200) ab. Das findet be­vorzugt auf der Oberseite glatter Kiesel statt, gelegentlich auch an senkrechten Substraten oder sogar auf Sand. Die Eier sind durch­sichtig-bräunlich. In den Ablaichpausen gleitet das Männchen über die Laichstelle, gibt dabei seine Spermien ab und befruchtet so das Gelege. Die Samen des Vaters sind für den Beobachter nicht zu erkennen, sie sind für das menschliche Auge viel zu klein.

Nebenher verjagt der gerade nicht direkt am Gelege beschäftigte Parter andere Fische, wenn es nötig ist. Das eigentliche Ablaichen dauert etwa gut eine Stunde, dann beginnt die gemeinsame Wache und Betreuung des Laichs durch beide Eltern.

Die Brut schlüpft nach etwa 48 Stunden. Die zunächst noch schwimmunfähigen Larven werden dann für die nächsten fünf Tage in kleine Bodengruben gebracht und hier bewacht. Beide Eltern beteiligen sich mehr oder weniger gemeinsam an der Brutpflege.

Nach dem Freischwimmen müssen die Kleinen sofort mit frischgeschlüpften Artemia-Nauplien gefüttert werden. Sie sind in den ersten Wochen recht empfindlich gegen Veränderungen des Wasserchemismus. Beim Wasserwechsel ist also mit Fingerspitzengefühl vorzugehen!

© Dr. Jörg Vierke

letzte Bearbeitung 4. 9. 2012


Anmerkung: Zum Blauen Tüpfelbuntbarsch Laetacara curviceps gibt es hier bei Fischreisen einen gesonderten, reich illustrierten Bericht mit Film  >>>

Und hier ein Filmbericht zum Fortpflanzungsverhalten von L. dorsigera:

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