|
|
»» Pelvicachromis taeniatus
Pelvicachromis taeniatus, der Smaragd-Prachtbarsch© Dr. Jörg Vierke Weitere Namen: Im Deutschen auch als Gestreifter Prachtbarsch bezeichnet. Alte wissenschaftliche Namen: Pelmatochromis klugei, Pelmatochromis kribensis.
Kennzeichen: Die Männchen erreichen Gesamtlängen von 9 cm; Weibchen bleiben mit 6 cm deutlich kleiner. Eine sehr variable Art, von der derzeit mindestens fünf Standortvarianten bekannt sind. Bei den Männchen gibt es Tiere mit kräftig rot gefärbten Kopf-Unterseiten ("Nigeria Rot"). Stimmungsabhängig kann die Rotfärbung aber auch zeitweilig auf einen Wangenstreifen reduziert sein. Die dem Bericht hier beigefügten Bilder zeigen alle diese derzeit sehr beliebte Form.
Die regelmäßig recht farbenfrohen Weibchen können sehr unterschiedlich aussehen. Der Körperlängsstreifen ist bei ausgewachsenen Tieren oft nicht mehr zu erkennen. Ein hell eingefasster dunkler Kiemendeckelfleck tritt meist deutlich hervor. Die Schwanzflosse ist immer abgerundet. Geschlechtsunterschiede: Die Männchen haben mit dem Alter zunehmend zugespitzte Rücken- und Afterflossenenden; bei den Weibchen enden diese Flossen abgerundet. Der Körper der Männchen ist in der Regel bräunlich gefärbt und erscheint wegen der dunkel umrahmten Körperschuppen wie mit einem Netz überzogen. Die Weibchen sind gedrungener und meist schon an ihrem pralleren Leib zu erkennen. Die Bauchpartie kann je nach der Herkunft der Form in allen Farben zwischen rotviolett (Form aus Moliwe) und blaugrün (Formen aus Kienke und Lobe) leuchten. Kopf, Rücken und Rückenflosse, Schwanz sowie Schwanzflosse sind bei fortpflanzungsbereiten Weibchen regelmäßig kräftig gelb gefärbt. Daneben kann allerdings oberhalb des eigentlichen Körperlängsstreifens noch ein weiterer dunkler Parallelstreifen verlaufen, der sich dann direkt unter dem Rückenflossenansatz entlangzieht. Das Fehlen oder Vorhandensein von schwarzen Flecken im hinteren Teil der Rückenflosse und/oder im oberen Teil der Schwanzflosse kann keine generellen Hinweise auf die Geschlechtszugehörigkeit geben. Die Flecken sind abhängig vom ursprünglichen Herkunftsort, andererseits können sie auch individuell sehr verschieden ausfallen.
Herkunft: Aus klaren, sauberen Wasserläufen im Bereich der westafrikanischen Staaten Nigeria und Kamerun. LINKE wies darauf hin, dass die Wasserwerte in den natürlichen Gewässern sehr unterschiedlich sein können. Bei der Lobe-Form ermittelte er saure pH-Werte zwischen 5,5 und 6,5, bei der Moliwe-Form dagegen alkalische Werte zwischen 7,7-7,9. Pflegeansprüche: Gut für das schön bepflanzte Gesellschaftsbecken mit nicht allzu empfindlichen Fischen geeignet. Lediglich zur Laichzeit werden die Tiere gelegentlich etwas unverträglich. Am besten paarweise Haltung. Die Fische brauchen Höhlen und sollten gelegentlich Lebendfutter bekommen. Sonst anspruchslos. Zucht: Höhlenbrüter, Vater-Mutter-Familie. Paarweiser Ansatz in durch Pflanzen und Wurzeln gut gegliedertem, nicht zu kleinem Extrabecken. Mit Lebendfutter anfüttern. Die Zucht ist in der Regel unproblematisch, kann aber bei manchen Importtieren wegen doch unterschiedlicher Spezialisierung auf die Wasserwerte (siehe oben) schwieriger werden. Dann sollten die Werte vorsichtig abgewandelt werden. In der Regel gelingt die Zucht in mittelhartem, neutralem Wasser, wenn die Zuchttiere in ein ruhiges, mit Versteckplätzen und Pflanzen ausgestattetes Zuchtaquarium einquartiert werden. Ein Gelege umfasst etwa 50 bis 150 Eier.
Nach dem Ablaichen besucht das Männchen die Laichhöhle zunächst nicht mehr. In den meisten Fällen kann es sich aber auch in kleinen Becken im direkten Umfeld der Höhle aufhalten und somit bei der Brutverteidigung helfen. Wenn die Brut freischwimmt, beteiligt sich auch der Vater aktiv am Führen der Brut. Dennoch hat die Mutter die „Oberaufsicht“. Abends bringt sie die Kleinen zurück in die Höhle. Im Film werden diese Verhältnisse gezeigt. Anmerkung: Zu zwei nahe verwandten Arten gibt es bei "Fischreisen" ausführliche bebilderte Berichte - Pelvicachromis pulcher >>> und Pelvicachromis roloffi >>>. Literatur: Linke, H. (1978): Die Prachtbuntbarsche Westafrikas. Formen von Pelvicachromis taeniatus. TI Nr. 43, 4 - 7. Vierke, J.: (1987): Zwergcichliden. Albrecht Philler Verlag, Minden.
© Dr. Jörg Vierke
Hier jetzt der Film! Nicht vergessen: Ton an. Man kann das Video gern auf Vollbild stellen, es ist ein HD-Film. zurück zur Übersicht-Startseite >>> Empfehlung: Der Kakadubuntbarsch Apistogramma cacatuoides >>> |