Zweitnamen: Der ursprüngliche wissenschaftliche Name lautete Pelmatochromis pulcher. Später wurde die Art in der Aquaristik oft als Pelmatochromis kribensis und als Pelmatochromis camerunensis bezeichnet.
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| Purpur-Prachtbarsch Pelvicachromis pulcher, Männchen |
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| Purpur-Prachtbarsch Pelvicachromis pulcher, Weibchen |
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Kennzeichen: Die Pelvicachromis-Arten haben im Gegensatz zu den südamerikanischen Zwergbuntbarschen keinen Bartstreifen. Sie haben am oberen Kiemendeckelrand dunkle, oft hell eingefasste „Augenflecken“; ihr Körperlängsstreifen reicht weit in die Schwanzflosse hinein. Beide Merkmale sind aber nur zeitweilig sichtbar. Da beide Geschlechter in dieser Gattung sehr unterschiedliche Färbungen aufweisen, ist es schwierig, allgemeine Artkennzeichen anzugeben. Die Königscichliden gehören zu den schlankeren unter den Pelvicachromis-Arten. Im Gegensatz zu den meisten anderen Arten haben sie eine ungebänderte Schwanzflosse. Die Männchen können Größen von bis zu 10 cm erreichen, die Weibchen bleiben etwa 2 cm kleiner.
Geschlechtsunterschiede: Die Männchen haben weiter ausgezogene Rücken- und Afterflossen. Die lanzettförmig zugespitzte Schwanzflosse trägt im oberen Teil bei einigen Exemplaren einen auffallenden schwarzen, hell gerandeten Fleck. Männchen, die in Fortpflanzungsstimmung sind, haben violett gefärbte Bauch- und Afterflossen und sind in der unteren Körperhälfte mehr oder weniger rötlich gefärbt. Die gedrungener gebauten Weibchen sind während der Fortpflanzungszeit deutlich farbiger als die Männchen. Ihr durch den Laichansatz angeschwollener Leib kann knallrot gefärbt sein, die Kehlregion leuchtend gelb. Im hinteren Teil der Rückenflosse befinden sich oft, aber nicht immer, ein oder mehrere dunkle, hell eingefasste Flecken. Die bei den Männchen häufig auftretenden Flecken in der Schwanzflosse findet man bei den pulcher-Weibchen nur in sehr seltenen Fällen. Ihre Schwanzflossen sind abgerundet.
Herkunft: Beheimatet im Unterlauf der Flüsse Niger und Kribi, wo sie selbst bis in die Brackwasserzonen vordringen. Sie leben hier gern im Bereich stärker fließender Ströme, halten sich aber vorzugsweise in sehr dicht mit Uferpflanzen bewachsenen Randgebieten auf, in denen die Wasserströmung stark abgebremst ist. Im Freiwasser beansprucht P. pulcher ein Brutrevier von etwa einem viertel Quadratmeter.
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Wenn das Männchen in die Laichhöhle einschwimmt, beginnt bald das Ablaichen |
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Rücklings schwimmend heftet sie die Laichkörner an die Höhlendecke |
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Anschließend besamt das Männchen (unten) den Laich |
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Pflegeansprüche: Königscichliden sind in der Regel recht anspruchslos. Man hält sie bei mittleren Härtegraden und einem Säuregrad von pH 6,0-8,0. Die optimale Temperatur liegt zwischen 22 und 26° C.
Sie sind im Gesellschaftsaquarium gegen artfremde Fische recht verträglich; am besten ist paarweise Haltung. Erst wenn die Alttiere ihren Nachwuchs verteidigen, werden sie aggressiv, doch besteht in nicht zu kleinen Aquarien dann keine Gefahr für die anderen Bewohner.
Eine geräumige Bruthöhle ist wichtig; ebenso eine ausreichend dichte Bepflanzung. Auch wenn die Fische gelegentlich im Bodengrund graben, lassen sie die Pflanzen in aller Regel unbehelligt. Keine Ansprüche an das Futter.
Zucht: Königscichliden sind Höhlenbrüter und bilden eine "Vater-Mutter-Familie". Das bedeutet, dass sich die Mutter in erster Linie um Laich und Larven kümmert, dass aber auch der Vater seinen Part hat. Die Zucht ist leicht und daher auch Anfängern zu empfehlen. Oft versuchen die Alttiere ihre Brut auch im Gesellschaftsaquarium aufzuziehen. Zur geregelten Zucht ist paarweiser Ansatz in durch Pflanzen und Wurzeln gut gegliederten, nicht zu kleinem Extrabecken anzuraten. 50 Liter sollte es schon fassen. Am besten füttert man mit Lebendfutter die Zuchttiere an, damit sie in gute Kondition kommen. Wasser bei dGH 6-14°, pH 6,5-7,0 und 26-27° C. Vor dem Ablaichen schaffen die Fische viele Mäuler Sand aus der Höhle wenn es denn möglich ist. Damit wird der Höhleneingang durch einen davor aufgeschütteten Berg verkleinert. Es folgt eine aufwendige Balz, bei der das Weibchen dem Partner bogenartig gekrümmt, seinen prallen, rot leuchtenden Bauch zeigt.
Die 200 bis 300 orangefarbenen oder gelblichen Eier werden rücklings schwimmend an der Höhlendecke befestigt und auf eben diese Weise vom Männchen besamt. Nach dem Ablaichen, das in mehreren kurz aufeinanderfolgenden Schüben abläuft, zeigt das Männchen kein Interesse an der Brut und verläßt die Höhle.
Gelegentlich werden die Männchen nun von der brutpflegenden Mutter vertrieben, aber in vielen Fällen dürfen sie sich weiterhin im direkten Höhlenbereich aufhalten.
Die eigentliche Brutpflege übernimmt zunächst allein die Mutter. Sie belutscht die Eier und fächelt ihnen mit den Brustflossen frisches Wasser zu. Die Eier schaukeln dabei hin und her, denn sie hängen an kurzen Fäden.
In zu kleinen und arm an Versteckplätzen ausgestatteten Aquarien kann die Aggression des Weibchens lebensgefährlich für das größere und eigentlich auch stärkere Männchen werden. Aber es macht die Motivation!
In genügend großen Becken sieht das anders aus - und das dürfte auch den natürlichen Verhältnissen entsprechen. Wenn die Larven schlüpfen, werden die Väter oft richtig aktiv. Ich beobachtete, wie die Mutter die frisch geschlüpften, noch schwimmunfähigen Larven am Boden der Höhle in einer keinen Grube sammelte. Diese Höhle hatte zwei Eingänge, den üblicherweise benutzten und hinten einen weiteren kleineren. Direkt vor diesem Zweiteingang stand der Vater und sorgte mit kräftigen Schwanzschlägen für eine ständig in die Höhle gerichtete Wasserströmung. Dabei stand er auf der Stelle; mit dem Schwanz war er zum Höhleninneren ausgerichtet, und mit den Brustflossen ruderte er kräftig dagegen, um so am Ort zu bleiben.
Ansonsten fühlt der Vater sich für die Verteidigung der Reviergrenzen zuständig. Wenn die Mutter dann nach acht bis neun Tagen mit dem Jungenschwarm erscheint, beteiligt der Vater sich oft völlig gleichberechtigt an der Pflege und am Führen des Nachwuchses. Die Jungen können sogleich mit frischgeschlüpften Artemia-Nauplien gefüttert werden und sind bei guter Aufzucht (ausreichend Nahrung, regelmäßiger Teilwasserwechsel) schon nach sieben Monaten selbst geschlechtsreif.
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Pelvicachromis roloffi Paar
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Pelvicachromis taeniatus Männchen
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Verwandte: Aus Sierra Leone und den angrenzenden Gebieten Liberias und Guineas stammt P. roloffi (hierzu ein bebilderter, ausführlicher Bericht in „Fischreisen“ >>>). Ihr Körperlängsband endet in der Schwanzflossenbasis. In Laichstimmung sind beide Geschlechter orangegelb gefärbt. Die Weibchen sind zusätzlich durch eine violettrote Bauchzone geschmückt. Typisch für Männchen wie Weibchen dieser Art sind zahlreiche schwarze Punkte an der Rücken- und Schwanzflossenbasis. Zur Haltung und Zucht brauchen diese auch als Goldene Prachtbarsche bezeichneten Fische weicheres Wasser als P. pulcher. Die Zucht sollte man bei möglichst niedrigen Härtegraden, einem neutralen pH -Wert und mit Filterung versuchen.
Weitere Verwandte sind neben P. humilis, der mit einer Größe von über 12 cm Gesamtlänge nicht mehr zu den eigentlichen Zwergbuntbarschen gezählt werden kann, die Arten P. taeniatus * und P. subocellatus, sowie die erst 2004 beschriebenen Arten P. rubrolabiatus und P. signatus.
* Zum Smaragd-Prachtbarsch Pelvicachromis taeniatus gibt es einen gut bebilderten Bericht bei "Fischreisen" und einen umfassenden Film zum Fortpflanzungsverhalten: >>>
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