Fischreisen - Dr. Fisch
 
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»» Malediven-Fische

Ein Gelbbrauner Kofferfisch Ostracion cubicus
Ein Trupp Halsband-Falterfische Chaetodon collare
 Orangestreifen-Drückerfisch Balistapus undulatus

Malediven-Fische

Das Korallenmeer um die Malediven ist schön, auch wenn ich zugeben muss, dass ich schon buntere Korallengärten gesehen habe. Aber vor allem die Anzahl farbenprächtiger Korallenfische ist auf den Malediven beeindruckend.

Ich werde hier ein paar Filme zu verschiedenen Fischgruppen aus der Gegend um die Malediveninsel Meebhupparu zeigen. Sie liegt nördlich im Raa-Atoll. Ich hatte sie in der zweiten Julihälfte 2012 besucht und die Fische, die mir beim Schnorcheln und beim Tauchen vor die Kamera kamen, im Film festgehalten. Das ist natürlich nur eine Momentaufnahme, zeigt aber doch, was man hier an Korallenfischen erwarten kann.

Es sind ausführlich kommentierte Filme zu weiteren Themen in Arbeit!

Bei Fischreisen gibt es auch einen bebilderten Erlebnis-Bericht über das Tauchen bei den Malediven. Er ist zwar eigentlich schon älteren Datums, aber wie alle meine Berichte wird und wurde er ständig aktualisiert. Hier geht es zum Bericht: >>>


Rochen (Batoidei)

Rochen gehören zu den Knorpelfischen. Neben den Meeresrochen gibt es auch reine Süßwasser-Arten. Die diskusförmig abgeplatteten Tiere leben gewöhnlich am Boden und können sich mit Stacheln an der Oberseite ihres Schwanzes verteidigen.

Auf den Malediven bin ich neben Stechrochen und Blaupunktrochen auch den großen, im Wasser frei schwimmenden Arten begegnet: den Adlerrochen und den riesigen Mantas oder Teufelsrochen. Trotz ihres Namens sind Teufelsrochen völlig harmlose Tiere, die das Wasser nach Planktonnahrung filtrieren.

Mantas erreichen eine Flügelspannweite von 6,70 m. Allerdings kann ich nicht mit Sicherheit sagen, dass ich auf Meebhupparu gerade diesen Riesenmantas (Manta birostris) begegnet bin. Es gibt nämlich auch noch den etwas kleineren Riffmanta (Manta alfredi) - vermutlich kreuzte der meinen Weg.


Anemonenfische (Amphiprioninae)

Anemonenfische oder Clownfische ("Nemos") leben, wenn immer es geht, zusammen mit einer Anemone. Die Fische haben sich an das Nesselgift des Hohltieres angepaßt und finden zwischen den Brenn-Tentakeln Schutz, Revier und Brutstelle. Meistens sieht man die Tiere paarweise in ihrer Anemone. Der größere Fisch ist immer das Weibchen.

Auf den Malediven sieht man vor allem den Malediven-Anemonenfisch (Amphiprion nigripes). Er kommt nur hier und in den Küstengewässern um Sri Lanka vor. Die etwa 10 cm erreichenden Tiere leben ausschließlich mit Prachtanemonen Heteractis magnifica zusammen. Diese Prachtanemonen können einen Durchmesser von bis zu einem Meter haben und treten hier oft in größeren Gruppen auf.

Daneben traf ich verschiedentlich die etwas größer werdenden Clarks Anemonenfische (A. clarkii) an. Sie haben ein weiteres Verbreitungsgebiet und sind auch nicht so streng an ihre Wirtsanemone gebunden. Gern leben sie mit Teppich-Anemonen zusammen. Auch diese Fische sind hier im Video zu sehen.


Drückerfische (Balistidae)

Mit alternierend nach rechts und links schlagenden Rücken- und Afterflossen rudern Drückerfische durchs Wasser. Besonderes Kennzeichen: Ein kräftiger Rückenflossenstachel, der sich durch einen weiteren, direkt dahinter stehenden Stachel, feststellen läßt. So können Drückerfische sich zur Nachtruhe sicher in Höhlen verkeilen.

Drückerfische haben ein tütenartig weit nach vorne ausgezogenes Maul und nach hinten verlagerte Augen. So können sie ausgezeichnet mit ihrem kräftigen Gebiß im Sand versteckte Muscheln, Krebse, Schnecken und Würmer herauswühlen. Größere Arten blasen hierzu den lockeren Sand zur Seite - sehr zur Freude anderer Fische, für die auf diese Weise etwas abfällt.

Das Video zeigt zunächst eine riesige Ansammlung halbwüchsiger Rotzahn-Drückerfische Odonus niger, danach die ebenfalls dunkel gefärbten Indischen Drücker Melichthys indicus. Wir begegnen auch kurz dem Orangestreifen-Drückerfisch Balistapus undulatus und dem eindrucksvollen Riesendrückerfisch Balistoides viridescens, der für Taucher sehr unangenehm werden kann. Auch den nur wenig kleineren, bizarr gemusterten Leoparddrücker Balistoides conspicillum sehen wir im Film. Am Schluß der bizarr gefärbte Picasso-Drückerfisch Rhinecanthus aculeatus, der aggressiv sein Gelege gegen den Filmer zu verteidigen sucht!


Falterfische (Chaetodontidae)

Schwarmfalterfische Heniochus diphreutes bei der Jagd nach Plankton am Riffhang, dazwischen vereinzelt Hemitaurichthys zoster (links unten!), im Hintergrund viele halbwüchsige Rotzahn-Drückerfische Odonus niger.

Falterfische, oft auch als Schmetterlingsfische bezeichnet, sind für mich der Inbegriff von Korallenfischen. Sie sind vollkommen auf Korallen angewiesen. Die bieten ihnen Schutz, Nahrung und Brutgebiet. Um so erstaunter war ich, dass ich auf Meedhupparu so vielen Falterfischen begegnen konnte. Hier sind - zumindest in den Flachwasserbereichen - die Korallen alles andere als intakt.

Trotz ihres meist ovalen, seitlich stark abgeplatteten Körpers sind Falterfische lebhafte Schwimmer und fast ständig auf Nahrungssuche. Da sie vielfach auch scheu sind, ist es gar nicht so einfach sie zu filmen.

Das Nahrungsspektrum der Falterfische ist sehr unterschiedlich. Einige ernähren sich fast nur von Korallenpolypen wie Chaetodon trifasciatus und C. meyeri, sind also streng genommen Riffschädlinge. Diese Falterfische wird man selbst in großen Schauaquarien nicht sehen, denn man kann sie auch dort einfach nicht für angemessene Zeit am Leben erhalten. Andere suchen zwischen den Korallenästen nach Kleintieren (Chaetodon auriga) und wieder andere wie die Pyramiden-Falterfische und die Schwarm-Wimpelfische sind in erster Linie Planktonfresser des freien Wassers.

Die meisten Falterfische trifft man in nur geringen Tiefen an. Sie sind daher für Schnorchler ideale Beobachtungsobjekte. Fast immer leben sie in Paaren, wobei man das jeweilige Geschlecht allerdings nicht erkennen kann. Beide Partner sehen quasi identisch aus.

Daneben gibt es aber auch die großen Ansammlungen der Schwarm-Wimpelfische Heniochus diphreutes. Sie schnappen vorwiegend in tieferen Zonen an den Riffabhängen nach im Wasser treibenden Kleinlebewesen. Ein großer Schwarm dieser attraktiven Falterfische begeistert jeden Taucher!

Von den etwa 30 auf den Malediven vorkommenden Arten stelle ich im Film die 12 Arten vor, die mir Ende Juli vor Meedhupparu beim Schnorcheln und Tauchen vor die Kameralinse gekommen sind: Chaetodon trifasciatus, C. meyeri, C. citrinellus, C. triangulatum, C. auriga, C. falcula, C. kleinii, C. collare, Forcipiger flavissimus, Hemitaurichthys zoster, Heniochus monoceros und H. diphreutes. - Daneben begegnete ich auch den skurril geformten Phantomwimpelfischen Heniochus pleurotaenia, aber da habe ich meine Kamera leider nicht richtig drauf gehalten!


Ein Fressschwarm Weißkehl-Doktorfische Acanthurus leucosternon
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 Langnasen-Doktor Naso longirostris Männchen in Balzstimmung. Gut erkennt man am Schwanzstiel in der Aufsicht die Stilette

Doktorfische (Acanthuridae)

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Streifendoktorfisch Acanturus lineatus (oben) und unten ein Ctenochaetus

Doktorfische sind nach ihren skalpellartigen, messerscharfen Fortsätzen benannt, die sie im Bereich ihres Schwanzstiels tragen. Hiermit können sie sich erfolgreich gegen Muränen und andere Feinde verteidigen. Ihre Zähne sind klein und auf das Abweiden von Algenbewuchs eingestellt. Auch der Verdauungstrakt mit dem verlängerten Darm ist ganz der Verarbeitung von pflanzlicher Nahrung angepasst. Die meisten Doktorfische sind daher geradezu Korallenbeschützer. Sie verhindern, dass die Korallen veralgen und vertreiben oft auch die polypenfressenden Fische aus ihrem Revier.

Wenn ihr Nahrungsrevier nicht mehr ausreicht, schließen sich Doktorfische auch zu größeren Fressschwärmen zusammen und weiden gemeinsam die Korallengebiete ab. Auf diese Weise können sie sich gut gegen Riffbarsche durchsetzen. Einzelne Doktorfische hätten keine Chance gegen revierverteidigende Riffbarsche, die ebenfalls auf Algennahrung angewiesen sind.

Im Hinblick auf ihre Schwanzstiel-Bewaffnung unterscheidet man zwei Unterfamilien, die Skalpell-Doktorfische (Acanthurinae) und die Nasendoktorfische (Nasinae). Die Skalpelldoktoren haben beidseitig einen einzelnen Dorn am Schwanzstiel, der in einer Kerbe liegt und erst ausklappt, wenn der Fisch heftig mit dem Schwanz schlägt. Nasendoktoren haben dagegen frei liegende Stacheln, zumeist gleich in der Mehrzahl. Das Bild links zeigt beim Langnasendoktor sehr schön die Lage der jeweils zwei ausgeklappten Stilette.

Das Besondere an den bis zu 1 m groß werdenden Nasendoktoren ist der nasenartige Kopffortsatz, den die erwachsenen Männchen vieler Arten besitzen. Diese Bildung macht es den Fischen unmöglich, weiterhin Algen abzuweiden. Sie sind gezwungen, sich auf planktonische Nahrung umzustellen. Oft sieht man Nasendoktoren daher im Trupp an der Riffkante, wo die aufsteigende Strömung reichlich Plankton herbeiträgt.

Von den weltweit 82 Arten leben 34 im Bereich der Malediven. Ich stelle hier lediglich die auffallendsten vor: Acanthurus leucosternon, A. lineatus, Ctenochaetus striatus, Naso elegans, N. brevirhostris und N. brachycentron. - Den letzten beiden kann man auch im folgenden Film hautnah (unter dem Anlegesteg / Unterm Bootsanleger) begegnen.


Bootssteg.jpg
Unter dem Bootssteg
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Buckelschnapper Lutjanus gibbus

Unter dem Anlegesteg (Jetty)

Im Schatten des hölzernen Bootsstegs halten sich meist eine ganze Reihe von Fischen auf. Da der Steg bis an die Riffkante führt, können Tiere aus den tieferen Meeresteilen hier einen bevorzugten Ruheplatz finden. Auf Meedhupparu traf ich ganze Schwärme von Grossaugen-Stachelmakrelen und Buckelschnappern an, die hier im engen Schutzverband den Tag verbrachten, um dann abends im Schutz der Dämmerung einzeln auf Jagd nach kleinen Fischen und Krebstieren zu gehen. Ich konnte mich schnorchelnd im dichten Schwarm der Stachelmakrelen aufhalten, als würde ich dazu gehören.

Aber auch einige andere Fische sieht man hier. Viele von ihnen suchen nach Nahrung im Bewuchs der Betonpfeiler, andere hoffen, unvorsichtige Kleinfische zu erbeuten.

Im Film werden 12 Arten genauer gezeigt und kommentiert: Großaugen-Stachelmakrele Caranx sexfasciatus, Buckelschnapper Lutjanus gibbus (im Film irrtümlich als fulvus benannt), Längsfleckschnapper Lutjanus fulviflamma, Messing-Steuerbarsch Kyphosus vaigiensis, Orientalische Süßlippe Plectorhinchus orientalis, Riesendrücker Balistapus viridescens, Halsband-Falterfisch Chaetodon collare, Kleins Falterfisch Chaetodon kleinii, Indopazifischer Sergant Abudefduf vaigiensis, Buckeleinhornfisch Naso brachycentron, Langnasendoktor Naso brevirostris und die Nadelfische Strongylura leiura.






 

Wer sich ausführlich über die Korallenfische von den Malediven informieren möchte, sollte unbedingt bei Dieter Klössing im "Handbuch der Malediven" nachlesen! >>>

letzte Bearbeitung: 9. 9. 2012