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Fische für kleine Aquarien

Zwei Auszüge aus meinem Buch  " Kleine Aquarien " .

"Es gibt eine Vielzahl von Mini-Fischen. Aber nicht alles was klein bleibt, ist auf Dauer für ein Miniaquarium geeignet – ich denke hier zum Beispiel an die extrem lebhaften Glühlicht-Bärblinge Danio choprai!  Andererseits gibt es aber immer noch mehr als genug ausgezeichnet geeignete Arten für Kleinaquarien. An dieser Stelle kann nur eine Auswahl getroffen werden!

Ich kann gut mir vorstellen, dass man kurzzeitig als Zuchtansatz oder auch in einer Aquarienausstellung Fische in einem 10 Liter Aquarium halten kann – als Photobecken ohnehin. Ich denke da an wenige Guppys, Elassoma, Dario, Kap Lopez oder an Boraras. Zur Dauerhaltung von Fischen reichen 10 oder 12 Liter Wasser nicht aus!

 

Die winzigen Moskito-Rasbora Boraras brigittae würden in einem größeren Aquarium glatt untergehen

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Boraras micros, Rubinzwergbärblinge

Der Vorteil der Kleinaquarien liegt vor allem in der Möglichkeit, empfindliche Zwergfische zu halten, die in einem großen Aquarium spurlos untertauchen könnten. Auch kann man hier gezielt füttern und – wenn es Tiere mit besonderen Wasseransprüchen sind – ihnen diese manchmal schwierig zu befriedigenden Bedürfnisse leichter erfüllen.

Alle Angaben beziehen sich – soweit nicht anders angegeben - auf Aquarien von mindestens 20 Liter Volumen vom klassischen Zuschnitt, die gut bepflanzt und durch Steine, Wurzeln und gegebenenfalls Höhlen gut durchstrukturiert sind.

Grundsätzlich aber gilt für das Wohl der Fische: Ein Aquarium mit nur einer Fischart ist besser als ein Gesellschaftsaquarium mit mehreren Arten und ein größeres Becken ist in den meisten Fällen vorzuziehen!

 

Karpfenfische Cyprinidae

Die infrage kommenden Karpfenfische sollten als typische Schwarmfische immer zu mehreren gehalten werden. Alle sind harmlos und können gemeinsam mit Schnecken und kleinen Krebsen gehalten werden, aber auch kleine Darios oder südamerikanische Saugwelse oder kleine Zahnkarpfen eigenen sich als Gesellschafter.

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Der Zwergbärbling Boraras maculatus

Die kleinen Boraras-Arten werden regelmäßig angeboten. Der Zwergbärbling Boraras maculatus ist ein bewegungsfreudiges Tier, das wegen seiner Anspruchslosigkeit als Schwarm von 5 oder 6 Tieren sehr zu empfehlen ist. Sehr ähnlich, fast als verkleinerte Ausgabe dieses nur knapp 3 cm erreichenden Fischchens anzusehen, ist Boraras micros aus dem Bereich des Mekong-Deltas im Süden Vietnams die Weibchen erreichen gerade 2 cm, die Männchen bleiben noch kleiner. Wunderschön und ebenfalls genügsam sind die meisten anderen Boraras-Arten, speziell auch die schönen Moskito-Rasboras B. brigittae. Alle aber im kleinen Schwarm; man kann auch zwei Boraras-Schwärme mischen. Ein oder zwei kleine Schwärme Boraras kann man guten Gewissens auch in einem 20-Liter Aquarium halten.

Der Querstreifen-Zwergbärbling Microrasbora erythromicron

Die aparten Fische aus dem Bereich des Inle-Sees in Myanmar (Burma) erreichen gerade 2 cm Länge, sind ruhig und friedlich, brauchen aber dichte Bepflanzung. Dann reicht auch schon ein 20-Liter Aquarium. An die Wasserwerte stellen sie keine besonderen Ansprüche. Als Dauerlaicher ist er gut zu vermehren – wenn keine Garnelen das Becken teilen.

Der Perlhuhnbärbling, Galaxy Zwergbärbling  Danio margaritatus

Vor wenigen Jahren in Myanmar entdeckt (2006) und gleich ein Senkrechtstarter unter den Aquarienfreunden. Kein Wunder, wenn man die prachtvolle Färbung der nur 2 cm groß werdenden Fischchen betrachtet. Die kleine Danio-Art wurde bis vor kurzem als Celestichthys bezeichnet. Die lebhaften Tiere können schon in einem gut bepflanzten 20-Liter Aquarium gezüchtet werden, die Wasser- und Futteransprüche sind erfreulich gering.

Auch aus Afrika kommen sehr klein bleibende, schön gefärbte Karpfenfische. Die lebhafte Rote Kamerun Zwergbarbe Barbus jae (etwa 3 cm) lebt in kleinen, sauberen Urwaldbächen Zentralafrikas. Daher benötigt sie weiches, leicht saueres Wasser. Auch sie ist in einem kleinen Schwarm zu halten, am besten 6 bis 8 Tiere. Zur Vergesellschaftung eignen sich gut kleine Killies wie Aphyosemion australe (Kap Lopez).  Ernährung: feines Frost- und Lebendfutter. Entsprechendes gilt für die Schmetterlingsbarbe Barbus hulstaerti.

 

Salmler Characidae

Es gibt eine ganze Reihe Salmler, die sich für kleine Aquarien eignen. Ich werde hier nur die Arten ansprechen, die ich für besonders geeignet halte. Mit Garnelen ergeben sich in der Haltung in der Regel keine Probleme, eine Garantie gibt es aber nicht!

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Zwergziersalmler Nannostomus marginatus

Der Zwergziersalmler Nannostomus marginatus wird gerade mal 3,5 cm lang. Die schlanken Fische mit dem markanten schwarzen Längsstreifen sind immer lebhaft und anderen Fischen gegenüber harmlos. Sie bevorzugen weiches, leicht saueres Wasser, sind aber nach Eingewöhnung auch mit mittleren Wasserwerten zufrieden. Man kann sie gut mit anderen Kleinsalmlern zusammen halten, auch mit kleinen Saug- oder Panzerwelsen. Für einen kleinen Schwarm reicht eine Beckengröße von 30 Litern.

Einige Fische sind vor allem auf Grund ihrer geringen Größe und ihrer damit verbundenen Vorsichtigkeit in einem Kleinaquarium besser aufgehoben als in einem größeren Gesellschaftsbecken mit unruhigen Mitbewohnern. Das gilt zum Beispiel für den Feuertetra Hyphessobrycon amandae. Die rot gefärbten Fischchen aus dem brasilianischen Mato Grosso bleiben 2 bis 3 cm klein. Sie sind aber nicht ganz anspruchslos und sollten in nicht zu hartem, leicht sauerem Wasser gepflegt werden.

Dasselbe gilt für die munteren Pfeffersalmler Axelrodia risei und A. stigmatias. Sie werden auch nicht größer als die Feuertetra und haben vergleichbare Ansprüche. Mit ruhigen Neonsalmlern und kleinen Panzerwelsen kann man sie ausgezeichnet halten.

 

Schwarzer Phantomsalmler Hyphessobrycon megalopterus

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Pucallpa-Zwergbuntbarsch Apistogrammoides pucallpaensis

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Neolamprologus multifasciatus

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Neolamprologus brevis

 

Wer es weniger kompliziert möchte, findet aber auch robustere Kleinsalmler: Da ist an erster Stelle der Rote vom Rio Hyphessobrycon flammeus zu nennen, ein Fisch, der keinerlei extreme Ansprüche stellt, weder an die Wasserwerte, noch an die Temperatur oder das Futter. Kaum weniger empfehlenswert sind die Schwarzen Phantomsalmler Hyphessobrycon megalopterus,  die Schwarzer Neon Hyphessobrycon herbertaxelrodi und ...."

Ein weiterer Auszug:

"Buntbarsche

Wenn sie in Ablaichstimmung kommen, errichten Buntbarsche Reviere, die sie energisch gegen Artgenossen, aber oft auch gegen andere Mitfische verteidigen. Es gibt zwar die Gruppe der „Zwergbuntbarsche“, aber auch dort ist Vorsicht geboten! Für den Daueraufenthalt von Buntbarschen in einem Kleinaquarium braucht es schon etwas Einfühlungsvermögen und Fingerspitzengefühl des Pflegers. Und auch hier gilt: ein mittelgroßes Becken ist besser als ein kleineres. Eins gilt unbedingt: Wer Cichliden halten möchte, sollte Garnelen in einem Extra-Aquarium pflegen!

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Eine Pseudocrenilabrus multicolor-Mutter beim Aufnehmen der Brut
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Apistogramma rubrolineata, oben Männchen, unten Weibchen im Eingang der Bruthöhle

Guten Gewissens kann man für ein Kleinaquarium auf jeden Fall die Kleinen Maulbrüter Pseudocrenilabrus multicolor (5 cm Gesamtlänge) aus Afrika empfehlen. Am besten nimmt man ein Paar und richtet das Aquarium so ein, dass das Weibchen Versteckplätze findet, die das Männchen nicht einsehen kann. Dann reicht auch schon ein 30 Liter Aquarium. Die Fische sind recht tolerant im Hinblick auf die Wasserwerte. Wenn man Lebendfutter reicht, wird das Weibchen gewiss bald laichvoll und es kommt zum Ablaichen in einer vom Männchen erbauten Grube am Boden. Das Weibchen nimmt die Eier sofort im Maul und trägt seine Brut dann zwei bis drei Wochen. Für diese Zeit braucht die zukünftige Mutter Ruhe und man tut gut daran, das Männchen zu entfernen, wenn es stört. In der Regel ist das jedoch nicht nötig. Es ist ein besonderes Erlebnis, der Mutter bei der Brutpflege zuzuschauen, denn bei vermuteter Gefahr erscheinen die Kleinen wieder vor dem Maul der Mutter. Sie werden dann für einige Zeit aufgeschnappt und sind im Maul der Mutter sicher vor eventuellen Feinden. Das ist wirklich sehenswert! (Anmerkung: Einen Film von Paarung und Brutpflege des Kleinen Maulbrüters sieht man unter www.fischreisen.de >>>).

In Südamerika sind die „klassischen“ Zwergbuntbarsche der Gattung Apistogramma zu Hause. Sie eignen sich keineswegs für den Daueraufenthalt in kleinen Aquarien. Lediglich zu Zuchtzwecken kann man die friedlicheren von ihnen in einem sinnvoll eingerichteten 40 Liter Aquarium als Paar ansetzen. Zur sinnvollen Einrichtung gehören neben ausreichend Versteckplätzen trockenes Bodenlaub und vor allem mindestens eine Laichhöhle. Dann wird neben weichem, möglichst auch leicht angesäuertem Wasser gut Lebendfutter gegeben und das Paar immer wieder kontrolliert. Dann kann es bei einigen Arten schön funktionieren, so bei A. trifasciata, A. borellii und A. rubrolineata.

Besonders friedfertig sind die Pucallpa-Zwergbuntbarsche Apistogrammoides pucallpaensis, die gerade mal 3 cm (Weibchen) bis gut 4 cm (Männchen) erreichen. Die Männchen können bei der richtigen Beleuchtung am ganzen Körper herrlich stahlblau schil­lern. Dabei ist jede Schuppe dunkel gerandet, so dass es aussieht, als ob der Körper von ei­nem groben Netz eingehüllt wäre. Besonders apart wirkt hierzu die Gelbfärbung der Rücken-, After- ­und Bauchflossen sowie der gold­gelbe Kopf mit den leuchtend blauen Schnörkeln. Man kann die Pucallpa-Zwergbuntbarsche auch in einem passend eingerichteten Aquarium (siehe Apistogramma) mit einer Kantenlänge von 40 cm bzw. 30 Liter Volumen gut pflegen und – wenn man auf Beifische verzichtet – züchten. Die Männchen sind an der Aufzucht und dem Führen der freischwimmenden Brut so aktiv beteiligt, dass man fast von einer Elternfamilie sprechen kann.

Auch Schneckenbarsche wie die kleinen Neolamprologus multifasciatus werden gelegentlich für Kleinaquarien empfohlen. Das funktioniert (wie auch bei den obigen Beispielen), wenn man nur ein einzelnes Männchen nimmt, dazu ein oder zwei Weibchen. Weibchen werden im Aquarium nicht größer als 2,5 cm, Männchen erreichen Längen von 4 cm. Für die Einrichtung braucht man etwa 40 Liter Wasservolumen, einen sandigen Bodengrund und einige leere Weinbergschneckenschalen (Wenn man sie nicht in der Natur findet: Delikatessengeschäft!). Sie werden so ins Wasser gegeben, dass sie keine Luft mehr in ihrem Inneren haben. Die Temperatur wird auf etwa 23 – 26° C eingestellt, die Wasserhärte sollte im mittleren Bereich liegen und der pH-Wert im alkalischen Bereich (um 8,5). Ein Filter sollte nicht fehlen. Als Beifische eignen sich Guppies (Poecilia reticulata). In ihrem heimischen Tanganjikasee ernähren sich Schneckenbarsche unter anderem von Garnelen!

Wer zwei Männchen einsetzen will, braucht schon ein 50 oder 60 Liter Aquarium. Dann werden natürlich weitergehende Beobachtungen möglich. Die Angaben gelten entsprechend auch für den Schneckenbarsch Neolamprologus brevis.

... "

Viele Seiten weiterer Informationen zu Labyrinthfischen, Welsen, Zahnkarpfen und manchen anderen geeigneten Fischen für Kleinaquarien im Buch J. Vierke (2010): Kleine Aquarien, Kosmos.

 

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