Fischreisen - Dr. Fisch
 
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Salmler mit Tigerzähnen

Raubsalmer in der Natur und im Aquarium

©  Dr. Jörg Vierke

 

 

Frisch gefangen und noch sehr beißlustig: ein Piranha

Peru, Yarina Cocha: Roter Piranha Pygocentrus nattereri
Engmaul.jpg
Engmaulsalmler Schizodon fasciatus

Eine der ersten Fragen, die frisch heimgekehrte Amazonienreisende zu beantworten haben, ist die nach den Piranhas. Diese Raubsalmler interessieren viele sensationslüsternde Zuhörer mehr als Krokodile, Riesenschlangen oder Indianer. Gern erzähle ich dann, wie jemandem zumute sein muss, der von raublüsternden Unterwasserhyänen angegriffen wird.

Schon am ersten Tag in Amazonien erlebte ich die Beißlust dieser Raubsalmer. Es ist ungelogen, man braucht nur ein Stückchen Fisch mit Angelhaken ins Wasser zu werfen, schon kann man einen mehr oder weniger großen Piranha an Land holen. Die kompakt gebauten Fische mit dem bulligen Beißmaul sind silbrig gefärbt und haben kräftige dunkle Flecken. Die Unterseite ist bei vielen Arten leuchtend rot. Piranhas beißen so leicht, dass auch passionierte Angler sehr schnell die Freude an diesem "Sport" verlieren.

Beim Ablösen der Fische vom Angelhaken ist allerdings äußerste Vorsicht geboten. Gerade jetzt sind die mit rasiermesserscharfen Zähnen ausgestatteten Salmler ausgesprochen gefährlich. Auch wenn sie dann zappelnd an Land liegen, sollte man sich ihnen zunächst nur mit Vorsicht nähern. Das scheinen selbst die in der Nähe von Dörfern herumstromernden Hunde und Katzen zu wissen.

Piranha, Rooseveltia nattereri

Roter Piranha Pygocentrus nattereri

Umso erstaunlicher scheint es, dass sich im selben Gewässer, aus dem gerade Piranhas geangelt werden, Indianer ohne Furcht waschen und baden. Sehr schnell fasst man dann auch als Tourist Mut und geht in die oft trüben, "piranhaverseuchten" Flussläufe.

So ging es auch mir. Schon am zweiten Tag in Amazonien - genauer gesagt, es war die Yarina Cocha in Peru - machte ich mit Freunden eine Rundfahrt auf diesem großen See. Bei diesem See handelt es sich eigentlich um eine große, vom Flusslauf des Rio Ucayali weitgehend abgeschnittene Schleife. Bei der morgendlichen Fahrt mit unserem Boot begegneten wir gerade einem Fischer, der uns seinen Fang bestaunen ließ: kapitale Buntbarsche, Welse und natürlich viele Piranhas. Wie man sich vorstellen kann, wurde es im Laufe des Vormittags bald sehr warm. Eine Vielzahl frecher Stechfliegen machte uns das Leben schwer. Wir fuhren eine Bucht zum Ankern an. Für mich war Abkühlen angesagt. So sprang ich in die trüben Fluten und schwamm mit zügigen Schwimmstößen in Richtung Seemitte. Meine Freunde zogen es derweil vor, zu Angeln und den Proviant zu dezimieren. Und dann geschah es! Der Biss war schmerzhaft und kam völlig unerwartet. Er war direkt auf meine rechte Oberbauchflanke gerichtet. Ich glaube, einen Moment vergaß ich das Schwimmen. Und dann kam wieder ein Biss, genau an dieselbe Stelle. Ich will die Sache nicht weiter dramatisieren, wie man unschwer erkennt, habe ich überlebt. Es handelte sich auch nicht um Piranhas, das merkte ich nach wenigen Schrecksekunden. So schwamm ich dann - ohne mir meinen Schreck anmerken zu lassen - zügig wieder zurück zum Boot.

An Bord sah ich, dass ich - vom Schreck einmal abgesehen - völlig unverletzt war. Die beiden Bisse waren nur so schmerzhaft, weil sie direkt auf einen Leberfleck gezielt waren. Er ist etwas erhaben, und offenbar hatte ein Fisch sich in ihn verbissen und kräftig daran gezogen.

Ich habe den Bösewicht nicht ausmachen können, aber inzwischen glaube ich, dass es einer der Engmaul-Salmler aus der Gattung Leporinus war, die dort in größeren Mengen lebten. Vielleicht war es aber auch der Gebänderte Schizodon (Schizodon fasciatus), ein Engmaulsalmler, der hier nicht selten ist. - Warum aber diese Attacke der Fische? Inzwischen weiß ich, dass sie es offensichtlich nicht böse gemeint hatten. Es handelt sich bei ihnen um Arten, die dort größere Tiere wie die im See vorkommenden Delphine und Krokodile von Blutegeln befreien. Zweifellos hatten die Salmler meinen Leberfleck mit einem Blutegel verwechselt - und mich vielleicht mit einem Krokodil!

Nun weiß ich wenigstens wie man sich fühlt, wenn man annimmt, dass man von Piranhas umzingelt ist! Aber der Schreck war schnell verflogen. Auch in Zukunft scheute ich das Wasser nicht - allerdings zog ich mir dann immer ein T-Shirt über: als Sonnenschutz für meinen Rücken und vor allem als Salmlerschutz für meinen Leberfleck!

Raubsalmler Hoplias malabaricus, verbissen in ein Aststück
Ein Tigersalmler Hoplias malabaricus hat sich in einen Stock verbissen.
Hoplerythrinus unitaeniatus
Mehr Angst als vor den Piranhas haben die Einheimischen aber vor den Raubsalmlern im engeren Sinne, den Trahiras. Sie liegen lauernd am Boden zwischen Falllaub und trockenen Ästen versteckt. Im Deutschen werden sie zu Recht auch als Tigersalmler bezeichnet. Wenn man sie fängt, muss man sehr aufpassen. Die scharfen Zähne können einen empfindlich verletzen. Hält man einem auf das Trockene geworfenen Tigersalmler ein Aststück vor das Maul, dann kann er sich so in den Stock verbeißen, dass man ihn daran hochheben kann (Abb. rechts!).

Am häufigsten fängt man Hoplias malabaricus. Diese Raubsalmer sind tarnfarben gezeichnet. Sie haben auf grau-braunem Grund mehr oder we­niger regelmäßig ange­ordnete dunklere Flecken. Typisch sind drei dunkle Streifen, die vom Augenhinterrand nach hinten ziehen: einer schräg nach oben, einer waagerecht zum Rand des Kiemendeckels und einer schräg nach unten. Auch die Flossen sind dunkel gesprenkelt. Die Männchen haben eine fast gerade Bauchlinie, wäh­rend die Weib­chen deutlich fülliger sind.

Gebiss eines Hoplias

Hoplias malabaricus, der Tigersalmler

Hoplias malabaricus können bis zu einem halben Meter groß werden. Das macht sie nicht gerade zu attraktiven Aquarienfischen, auch wenn sie von der Haltung her sicher keinerlei Probleme bereiten würden. Sie können neben ihrer Kiemenatmung nämlich auch atmosphärische Luft veratmen. Daher halten sie in ihrer südamerikanischen Heimat unschwer auch in sehr sauerstoffarmen Resttümpeln aus. Solche Resttümpel bilden sich dort an vielen Stellen in Bodensenken, wenn das Wasser nach den jährlichen Überschwemmungen wieder zurückgeht und sich in einigen Senken für eine gewisse Zeit hält. Hier können die Raubsalmler leicht Beute unter den anderen dort gefangenen Fischen machen. Wenn der Tümpel restlos austrocknen sollte, oder wenn sie hungern, da sie alle infragekommenden Beutetiere erwischt haben, können sie über Land wandernd neue Gewässer aufsuchen. Ihr Zusatz-Atemorgan hilft ihnen dabei.

Zur Gattung Hoplias gehören neben H. malabaricus auch die Arten macrophthalmus aus den Guaiana-Ländern (erreicht bis zu 1 m Länge!) und microlepis aus der Pazifik-Region von Ecuador, aus Panama und Costa Rica (wird lediglich etwa 25 cm lang).

Seltener begegnet man den mit den Hoplias-Arten nahe verwandten und in Gestalt und Lebensweise sehr ähnlichen Lachssalmlern (Erythrinus erythrinus). Das gilt für das Freiwasser und natürlich erst recht für die Gefangenschaft. Sicher gibt es nicht viele Aquarianer, die diesen Fisch schon einmal im Aquarium gesehen haben. Ich hielt etwa 12 Jahre ein phantastisch ausgefärbtes Männchen in einem Aquarium. Einen so kapitalen Fisch wie ihn muss man aber leider solo halten.

Schon beim Fang war das Tier 15 cm groß. Ich fing ihn zusammen mit Freunden in einer kleinen Schlammpfütze in der Nähe des Rio Ucayali bei Chicosa. Die Wasserwerte: Leitwert 80 Mikrosiemens bei 26° C und einem pH-Wert von 6.

Noch heute staune ich, dass ich diesen relativ großen Fisch mit den starken Zähnen im Plastikbeutel heil nach Deutschland bringen konnte. Und das trotz der unglaublichen Verzögerungen und der unfreiwilligen Zusatz-Aufenthalte beim Rückflug. Hier half dem robusten Fisch sein akzessorisches Atemorgan und sein Verzicht, in den Plastikbeutel zu beißen.

Der Lachssalmler Erythrinus erythrinus aus Peru in meinem Aquarium

Der Fisch war am Anfang ausgesprochen scheu. Wochenlang hat er sich nicht hinter einem großen Stein hervorgetraut, es dauerte Wochen, bis ich ihn zum erstenmal fressen sah.

Heute lebt er in einem gut eingerichteten 100 Liter Becken und misst von der Schnauzenspitze bis zum Ende der Schwanzflosse etwa 20 cm. Das Becken braucht weder Durchlüftung noch Filter. Meist liegt er ruhend am Boden, oder er steht schräg im Wasser, wobei er sich mit der Schwanzflosse am Bodengrund abstützt. Sobald ich jedoch in die Nähe komme, schwimmt mein Lachssalmer heran und bettelt um Futter. Für jeden Besucher ist dieser Fisch Star unter meinen Aquarienbewohnern. Trotz seiner Größe, oder vielleicht gerade deshalb, ist er ein Zierfisch im wahrsten Sinne des Wortes. Kaum ein Aquarianer, dem ich diesen Fisch zeige, kommt auf den Gedanken, dass es sich hier um einen Salmler handelt. Der robuste Fisch mit den lachsfarbenen Flanken, den orangeroten Bauch- und Afterflossen und dem riesigen, blau gerandeten Maul sieht eher wie ein Schlangenkopffisch aus. Auch die fahnenartig ausgezogenen Rücken- und Afterflossen, die abgerundete Schwanzflosse und das Fehlen der Fettflosse lassen nicht so schnell den Gedanken an Salmler aufkommen.

Beim Angeln auf Hoplias
"Piranha-Angeln"
Ein großer Hoplias am Haken!
Ein Hoplias malabaricus an der Angel!
Mein Lachssalmler frisst alles Fleischliche was ihm gereicht wird. Gern frisst der Fisch lebende Regenwürmer jeder Größe, sowie Brocken von rohem oder verarbeitetem Fleisch oder Fisch. Gern nimmt er auch lebende oder tote Fische. Wenn sie ihm nicht ins Maul passen, beißt er sich Stücke aus ihnen heraus. Ich bin eigentlich kein ängstlicher Mensch, aber beim Füttern oder beim Scheibenreinigen lasse ich die allergrößte Vorsicht walten.

Im April 2008 war ich mit einer kleinen Reisegruppe im nördlichen Orinoko-Delta / Venezuela. Auf dem Reiseprogramm stand auch "Piranha-Angeln" (siehe Bild oben rechts!)! Mit einfachen Stockangeln ist es vom Boot aus auch für "Sonntags-Angler" nicht schwer, Piranhas im Flußlauf zu angeln. Benutzt werden einfache Stöckchen mit Angelschnur, Haken und Fischköder.

Hydrolycus_scomberoides1....

Wolfsalmler Hydrolycus scomberoides
Exodon_paradoxus1.JPG
Zweitupfen-Raubsalmler Exodon paradoxus

In Lücken zwischen den ufernahen Eichhornia-Dickichten konnte man auch Hoplias und Hoplerythrinus unitaeniatus angeln. Letztere sind leicht an ihren fleckenfreien Flossen zu erkennen. Ihr Körper ist durch einen kräftigen schwarzen Längsstreifen gekennzeichnet. Auch unter Wasser habe ich diese gestreiften Raubsalmler beobachten und filmen können.

Ich selbst habe nicht mitgeangelt - mein Verhältnis zu den Raubsalmlern hinderte mich daran! Aber am Abend habe ich doch von dem im Boral Camp servierten Hoplias gekostet. Er schmeckte in der Tat vorzüglich!

Ohne Säbelzahnsalmler oder Wolfsalmler (Hydrolycus scomberoides) wäre dieser Bericht unvollkommen. Diese Südamerikaner werden auch als Payara oder Vampirfische bezeichnet. Ihr gewaltiges Maul ist mit vielen nadelspitzen Zähnen besetzt. Im Unterkiefer ganz vorn befinden sich zwei besonders riesige Zähne. Bei geschlossenem Maul ragen sie durch zwei Löcher im Oberkiefer nach draußen. - Zuhause sind diese Raubfische in Stromschnellengebieten Venezuelas, Ecuadors und in anderen Gebieten Südamerikas. Nach Fishbase sollen sie eine Länge von bis zu 117 cm erreichen, nach anderen Aussagen bleibt diese Art allerdings wesentlich kleiner.

Wolfsalmler sind für Angler sehr attraktiv. Für Aquarianer sind sie nicht nur im Hinblick auf ihre zu erwartende Größe ungeeignet. Es sind Fische des stark strömenden Wassers und sie fühlen sich nur in entsprechend gestalteten Großbecken wohl. Sie brauchen lebende Futterfische und sind nur mühsam - wenn überhaupt! - auf totes Futter einzustellen.

Besser für die Aquarienhaltung geeignet ist ein anderer südamerikanischer Raubsalmler: Exodon paradoxus, der Zweitupfen-Raubsalmler. Diese Fische erreichen 15 cm Gesamtlänge und sollten in einem Schwarm von möglichst 10 oder mehr Tieren gehalten werden. Das Aquarium braucht also schon eine gewisse Größe! Als Beifische eignen sich wohl nur größere Welse. Kleine Fische werden gefressen und auch größere Mitfische sind vor den Exodon nicht sicher: Sie fressen ihnen die Flossen an und reißen ihnen die Schuppen heraus. Das entspricht ihrer Jagdmethode in ihrer amazonischen Heimat!

Es gibt in Südamerika noch eine Reihe weiterer räuberischer Salmler, so die "Flusshunde" Cynopotamus und die Acestrorhynchus-Arten. Ich möchte auf diese Arten hier nicht weiter eingehen. Stattdessen aber noch ein Blick auf die Hechtsalmler, zu denen die Familien Hepsetidae und Ctenoluciidae gezählt werden!

Sie stellen einen völlig anderen Typ Räuber dar als die eben angesprochenen Arten. Tigersalmler sind Raubfische, die am Boden gern in Deckung ruhen. Sie gehen gern in der Dämmerung auf die Suche nach Fischen, die sie riechend aufspüren und dann im schnellen Vorstoß packen. Piranhas sind hoch gebaute, meist etwas behäbigere Fische des Freiwassers. Die Hechtsalmler dagegen sind langgestreckte, sehr räuberische Fischfresser mit schlanker, hechtartiger Gestalt. Anders aber als die Deckung liebenden Hechte halten sie sich als rasante Schwimmer gern im freien Wasser auf. Vielleicht sind sie am ehesten mit den im Meer lebenden Barrakudas zu vergleichen. - Im Aquarium erweisen sich Hechtsalmler als lebhafte, oft auch als nervöse Raubfische mit einem relativ hohen Futterbedarf. Gut eingewöhnte Tiere gehen aber anstandslos auch an Ersatzfutter. - Die Hechtsalmler aus der Familie Ctenoluciidae sind mit den Gattungen Ctenolucius (1 Art) und Boulengerella (3 Arten) in den Tropengebieten Südamerikas zu Hause. Zur afrikanischen Familie Hepsetidae gehört nur eine Gattung mit einer Art. Die afrikanischen und südamerikani­schen Hechtsalmler sind sich verblüffend ähnlich; offenbar sind sie nahe ver­wandt.

Afrikanische Hechtsalmler Hepsetus odoe im Aquarium

Afrikanischer Hechtsalmler Hepsetus odoe
Hydrocynus_vittatus.jpg
Afrikanischer Tigersalmler Hydrocynus vittatus

Meine Erfahrungen sammelte ich mit dem Afrikanischen Hechtsalmler Hepsetus odoe (BLOCH, 1794). Die bis zu 35 cm lang werdenden Räuber sind langgestreckte silbrige Fische mit auffallend großer Maulspalte. Die unpaaren Flossen sind dunkel gemustert, die Fett­flosse ist schwarz und hat an der Basis einen runden, auffallenden orangefarbenen Fleck.

In der Literatur werden Geschlechtsunterschiede nicht erwähnt. Da es aber schlanke und größere, sehr viel un­tersetztere Individuen gibt, kann man annehmen, dass es sich hierbei um Geschlechtsunterschiede handelt.

Serrasalmus, Piranha
 Roter Piranha Pygocentrus nattereri

Hepsetus haben im vorderen Bereich der Unterkiefer auffallende nach oben weisende Hautanhänge. Die Bedeutung dieser Lappen ist noch unbekannt. - Davon abgesehen dürfte es sich bei Hepsetus um eine der ur­sprünglichsten Salmlerarten handeln. - Auch wenn es sich hier um relativ schwimmfreudige Raubfische handelt, stellen sie keine besonderen Ansprüche an den Pfleger. Meine Tiere waren anfangs sehr scheu und jagten so heftig im Becken umher, dass ich befürchten musste, sie könnten sich verletzen. Mit ihren großen Augen beobachteten sie stets aufmerksam ihre Umgebung. Schon nach kurzer Zeit wurden sie zutraulich und kamen in Erwar­tung des Futters zur Futterstelle. Sicher sind sie vorzugsweise Fischfresser. Sie nehmen aber auch Ersatzfutter wie lebende Regenwür­mer, in Streifen geschnittenen Fisch oder Fleisch. Wenn ich die Futtertiere ins Wasser fallen lasse, schießen die aufmerksam in gebührendem Abstand wartenden Raubfische pfeilschnell herbei und packen die zu Boden fallende Beute. Anfangs knallten sie bei diesen Gelegenheiten so kräftig gegen die Aquarienscheibe, dass ich mehrfach um die Gesundheit der Tiere fürchten musste. Sehr schnell lernten sie es aber, schon während des Zuschnappens die Kurve einzuleiten, so dass sie bei ihrem blitzartigen Zustoß schräg an der Scheibe vorbeisausten. Langsames Zuschnappen ist offenbar nicht ihre Art! Aber lernfähig sind sie eben doch. Selbst nicht zu feines Tümpelfutter wie Weiße Müc­kenlarven wird auch noch von großen Fischen angenommen, allerdings dann doch ohne dieses heftige Zustoßen. Sicher werden sie von Mückenlarven aber auf Dauer nicht satt. Auf Grund ihrer hohen Beweglichkeit ist der Futterbedarf dieser Raubfische deutlich größer als der der Tigersalmler. Mit ihresgleichen oder mit etwa gleichgroßen Fischen (ich versuchte es mit Schlangenkopffischen Channa bleheri) sind Afrikanische Hechtsalmler bedenkenlos zu vergesellschaf­ten. Allerdings sollten die Mitfische auch wirklich nur unwesentlich kleiner als die Räuber sein.

Ein kapitaler Hoplias malabaricus
Ein Hoplias malabaricus aus dem Orinoca-Delta

Hepsetus odoe ist auch im Hinblick auf sein Fortpflanzungsverhalten ein außergewöhnlicher Salmler. Die Elterntiere errichten große Schaumnester an der Wasseroberfläche, in denen sie den Laich unterbringen und heftig verteidigen.

Man sieht, unter den Salmlern gibt es Räuber von sehr unterschiedlichem Zuschnitt. Besondere Ansprüche an die Wasserqualität stellt keiner von ihnen. Alle sind hochinteressante Pfleglinge für Aquarianer, die einmal etwas Ausgefallenes pflegen wollen. Man bekommt sehr bald ein besonderes Verhältnis zu diesen Fischen, denn sie sind sicherlich verständiger als die meisten der Kleinsalmler. Somit entschädigt es einen etwas für die Mühen der Futterbeschaffung und für die Tatsache, dass eine Vergesellschaftung dieser Tiere nicht immer möglich ist. Wer jedoch einen Garten hat und somit leicht an Regenwürmer herankommen kann, wer seinen Raubsalmlern gelegentlich auch mal Futterfische aus dem Angelladen geben kann, der kann mit ihnen eine jahrelange Freundschaft eingehen.

©  Dr. Jörg Vierke

Letzte Bearbeitung 23. 9. 2012


 

Der Film zeigt Episoden einer Venezuela-Reise über und unter Wasser, im Karibischen Meer bei "Los Rockes" und im Süsswassr des Orinoco-Deltas. Am Schluss eine kurze Begegnung mit dem Raubsalmler Hoplerythrinus unitaeniatus unter Wasser - meinem Fisch Venezuela 2008



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