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»» Apistogramma hongsloi Teil 1

Apistogramma hongsloi, der Rotstrich-Apistogramma, ist einer der besonders empfehlenswerten Zwergbuntbarsche aus dem nördlichen Südamerika. Er stellt keine besonders großen Ansprüche, ist relativ einfach nachzuziehen und er sieht wirklich wunderschön aus.

© Dr. Jörg Vierke

Klein, aber fein

Die Männchen dieser Zwergcichliden erreichen Gesamtlängen von bis zu 9 cm, bleiben aber meist deutlich kleiner. Die Weibchen können bis 6 cm groß werden, aber auch das wäre ein Spitzenwert. Neben ihrer Größe sind die Männchen leicht an den deutlich verlängerten Bauch-, Rücken- und Afterflossen zu erkennen. Der dunkle Körperlängsstreifen der Männchen erscheint seltsam unterbrochen. Das liegt daran, dass die betreffenden Schuppen nur an ihrem Hinterrand dunkel gefärbt sind.

Im Gegensatz zu anderen Apistogramma ist der Schwanzwurzelfleck der hongsloi-Männchen üblicherweise deutlich rot und sie haben am Ansatz der Afterflosse einen fast immer klar zu erkennenden roten Streifen (das gilt zumindest für die Tiere aus Kolumbien!). Darauf bezieht sich auch ihr deutscher Name. Die Weibchen haben an ihren Bauchflossen eine schwarz gefärbte Vorderkante.

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Im Einzugbereich des Orinoco (hier der Strom in Venezuela) ist Apistogramma hongsloi zu Hause
Rotstrich-Apistogramma-Männchen Apistogramma hongsloi an der Bruthöhle

Ansonsten sind die Färbungen und Farbmuster dieser Fischchen sehr variabel – kein Wunder bei dieser Fischgruppe. Aber gerade bei hongsloi gibt es herkunftsbedingt und züchtungsbedingt viele Varianten.

Bei den Wildfängen aus Kolumbien sind die Männchen bläulich mit gelbem Vorderkörper und entsprechen den hier in den Fotos gezeigten Tieren. Wildfänge aus Venezuela sollen wesentlich farbloser und überwiegend gelblichgrau sein. Die roten Male der Artgenossen aus Kolumbien sind bei ihnen oft eher grau.

Die schon bei Wildformen zu erkennende Variabilität in Färbung und Zeichnung führte dazu, dass Züchter die Rotanteile der Männchen selektiv zum Teil sehr auffällig verstärkt haben. Wie die beigefügten Fotos zeigen, können auch die brutpflegenden Weibchen speziell in der Bauchgegend kräftige orangerote Partien zeigen. Es soll sich bei diesem Merkmal um Mutanten handeln, die 1988 erstmals bei einem 1984 aus Kolumbien eingeführten Stamm auftraten.

Vom Orinoco stammen ihre Ahnen

Die Nebenflüsse des Orinoco und wiederum deren Zuflüsse in Kolumbien und Venezuela sind die Heimat der Rotstrich-Apistogramma. Sie leben hier in flachen, bewachsenen Uferzonen in Bereichen, in denen das Wasser nur sehr ruhig fließt. Der Gewässergrund besteht hier aus feinem Sand. Wasserwerte 25 – 27 °C, Säuregrad pH 5,5.

Haltung einfach – aber nur, wenn die Bedingungen stimmen!

Es ist so wie mit fast allen Apistogramma: Das Wasser sollte weich und leicht sauer sein! Allerdings scheint die Toleranz dieser Art relativ weit zu gehen. Auch Wasser mit neutralem Säurewert (pH 7) ist kein Problem. Ein regelmäßiger Teilwasserwechsel und keimhemmende Aufbereiter wie Torfextrakte (ich ziehe Seemandelbaumblätter vor) sind zu empfehlen. Der Filter sollte so eingestellt werden, dass er keine zu starke Strömung verursacht. Hier ist wenig besser als viel! - Wie in den meisten Fällen sind auch hier große Aquarien für die Haltung günstiger als kleine. Wer zwei Männchen dieser Art halten möchte, sollte schon ein Meterbecken zur Verfügung haben. Da die Männchen Pascha-Allüren haben, kann man gut 4 oder 5 Weibchen dazu gesellen. Die Männchen bilden Großreviere, in denen eine Anzahl Weibchen ihre Unterreviere haben. Natürlich muss für ausreichend Höhlenverstecke gesorgt sein.

Ein derartiges Aquarium kann neben den Apistogrammas gut noch ein oder zwei Salmlerschwärme beherbergen. Auf Panzerwelse würde ich in diesem Fall jedoch verzichten, da sie ebenfalls bodenorientiert sind. Auch andere Apistogramma-Arten würden mit großer Sicherheit stören. Mit einem Paar Mikrogeophagus ramirezi könnte man es jedoch wagen. Natürlich sollte so ein Becken gut bepflanzt sein. Eine Fall-Laubschicht aus alten Buchenblättern in einem Bereich des Aquariums und dekorative Wurzeln würden das Bild vervollständigen und den Fischen gut tun.

Aber wer nur ein Aquarium von 50 cm Gesamtlänge und etwa 35 l Volumen hat, braucht auf diese Zwergbuntbarsche nicht zu verzichten. Auch wenn man hier - wie unten beschrieben - neben dem Männchen zwei Weibchen halten könnte, ist es doch sinnvoller, die Tiere hier paarweise zu halten. Ein kleiner Schwarm Salmler würde auch hier nicht stören. Allerdings, wer züchten möchte – und welcher Apistogrammafreund will das nicht?! – bleibt lieber beim Artbecken!

Lebendfutter ist immer noch das Beste

Wer kann, sollte seinen Apistogramma Lebendfutter geben. Da sind die Ansprüche dann gering. Allerdings würde ich auf Tubifex und Rote Mückenlarven verzichten. Wenn die Tiere an Lebendfutter gewöhnt sind, sind sie ziemlich leicht auf Frostfutter umzustellen. Schwieriger ist es, sie an Kunstfutter heran zu bringen. Aber auch die Rotstrich-Apistogramma begnügen sich nach einer Umstellungsphase mit Flocken- oder Granulatfutter.

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Apistogramma hongsloi beim Ablaichen. Das Männchen kommt nicht durch den engen Höhleneingang. Mit kräftigen Schwanzschlägen schleudert er seine Spermien ins Höhleninnere.
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Das A. hongsloi-Weibchen am Laich
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Die hongsloi-Mutter mit ihren gerade geschlüpften roten Larven
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Das hongsloi-Weibchen versorgt das Innere der Bruthöhle durch kräftige Schwanzflossenschläge mit Frischwasser.
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Zur Nacht wieder in der Höhle - die hongsloi-Mutter mit ihrer jetzt seit 11 Tagen freischwimmenden Brut

Der erste Ausflug: Die A. hongsloi-Mutter mit der gerade freischwimmenden Brut.

Ein Rotstrich-Buntbarsch Weibchen (Apistogramma hongsloi) mit Brut, die gerade den ersten Ausflug unternimmt.

Meine eigenen Erfahrungen

Meine Rotstrich-Apistogramma mussten mit einem relativ kleinen Becken Vorlieb nehmen, denn ich wollte ihr Verhalten in Fotos und im Video festhalten. Das Becken hatte die Ausmaße 49 x 30 x 24 cm, fasste also 35 Liter. Es war mit zahlreichen Unterständen und Höhlen ausgestattet und gut bepflanzt. Das kleine Foto ganz unten gibt eine Vorstellung von der Einrichtung und zeigt, dass die beiden Bruthöhlen weitmöglichst voneinander entfernt waren.

Zu den Wasserwerten: Das Wasser stammte aus meiner großen Garten-Regentonne und hatte nach mehrtägigem Einsatz eines halben Seemandelbaum-Blattes einen ph von 5,5, dGH 5. Die Wassertemperatur wurde auf  27° C eingestellt. - Auch mit dem Füttern habe ich keine Experimente angestellt. Die Tiere erhalten bei mir wenn immer möglich Lebendfutter: Daphnien, Cyklops und vor allem Weiße Mückenlarven.

Zunächst hatte ich ein hongsloi-Paar, das mit einem kleinen Schwarm alteingesessener Keilfleckbarben bestens zurecht kam. Das hongsloi-Weibchen wurde zunächst heftig von seinem Männchen gejagt. So entschloss ich mich nach 4 Tagen, ein weiteres Weibchen hinzu zu geben, die Keilfleckbarben wurden in ein anderes Aquarium umgesiedelt. Somit hatte ich ein Artbecken. Nach der Zugabe des zweiten Weibchens, das unwesentlich größer als das erste war, laichten die alteingesessenen Tiere ab – leider ohne, dass ich das bemerkte. Aber die Laichhöhle stand direkt an der Frontscheibe und war so konstruiert, dass ich direkt ins Innere der Höhle schauen und filmen konnte, wenn ich ein Stückchen Pappe wegklappte, das normalerweise das Höhleninnere verdunkelte. So konnte ich verfolgen, was sich hier abspielte. * Ausführlicheres dazu im Film (2. Teil!).

Zwischenzeitlich hatte das zweite Weibchen keine schöne Zeit. Es wurde vom Männchen immer wieder mal heftig gejagt. Sein Zufluchtsort war direkt an der Wasseroberfläche, von einem Blatt gedeckt, oder direkt neben der Bruthöhle des brutpflegenden Weibchens. Eigentlich erstaunlich, dass das Weibchen sich hier frei am Boden aufhalten konnte. Aber das Männchen respektierte hier die Revieransprüche des brutpflegenden Weibchens und wollte offenbar in diesen Bereich nicht näher eindringen. Das brutpflegende Weibchen ahnte nichts von der Nähe der Zuflucht suchenden Schwester (bei solchen Nachzuchttieren handelt es sich in der Regel um Geschwister!), denn sie hielt sich den größten Teil der Zeit beim Laich und bei den nach 2 Tagen geschlüpften Larven auf. Wenn es dann aber doch mal aus der Höhle schaute und die Schwester sah, dann gab es einen rasanten Angriff. Aber die Schwester wusste was sie erwartete und nahm schon Reißaus, wenn sie die junge Mutter auftauchen sah.

Die beiden Weibchen waren übrigens recht gut zu unterscheiden. Das erste Weibchen war nicht nur kleiner als das zweite, es war auch wesentlich farbenprächtiger. Ich muss gestehen, dass ich noch kein derartig buntes Apistogramma-Weibchen gesehen habe. Ich will das hier nicht genauer ausführen, denn die Fotos zeigen alles! Die kräftigste Rotfärbung zeigte es in der Zeit, in der die Larven in der Höhle gepflegt wurden. Mit dem Freischwimmen der Brut verblassten die roten Farben wieder.

Die nach 2 Tagen geschlüpften Larven verblieben noch weitere 5 Tage in der Bruthöhle. Die Mutter hatte sie in einer Bodengrube unterbracht und die viel mit ihren kleinen Schwänzchen schlagende Brut immer mal wieder ins Maul genommen und belutscht. So werden die Kleinen von anhaftenden Mulmteilchen und wohl auch von eventuellen Parasiten gesäubert. Immer wenn ich filmte, schnappte die Mutter einen Teil der Larven und schwamm mit ihnen zu einer Grube, die ihr besser geschützt erschien. Sobald ich aber die Filmleuchte ausschaltete und die Sichtklappe wieder verschloß, kehrte sie mit den Kleinen in die letztlich wohl doch sicherere Höhle zurück!

Am 7. Tag nach dem Ablaichen sah ich die Mutter mit den Kleinen beim ersten Ausflug, nur wenige Zentimeter vor der Höhle (Abbildungen rechts!). Die Jungfische lagen noch den größten Teil der Zeit auf dem Sand, schwammen aber auch immer mal wieder zur Mutter hoch. Sie hatten ein rundes rotes Bäuchlein. Das waren aber nicht frisch gefressene Artemia-Larven, es war noch ihr Dottersack! Wie die Fotos oben links aus dem Inneren der Bruthöhle belegen, waren auch die Eier und die noch schwimmunfähigen Larven rot!

Die Jung-Apistogramma erschienen mir ausgesprochen klein und ich zweifle, dass sie wirklich sofort frischgeschlüpfte Artemia-Nauplien bewältigen konnten. Aber da das Aquarium, getreu meinen Erfahrungen in den Heimatbiotopen der Zwergbuntbarsche, nicht peinlichst von jedem Mulm und jeder Alge befreit war, fanden die Kleinen mit Sicherheit manches Kleinsttier auf ihrer Futtersuche. Am zweiten Tag nach dem Freischwimmen nahmen sie aber schon die Artemien.

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Apistogramma hongsloi, 7 Tage nach dem Freischwimmen. Auf Sandboden wäre das Fischchen kaum zu erkennen.
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Zur Nacht immer noch in der Bruthöhle: Apistogramma hongsloi 20 Tage nach dem Freischwimmen, 24 Tage nach dem Schlüpfen
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Apistogramma hongsloi, exakt 31 Tage alt
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Im Alter von 5 ½ Wochen attackieren die Jungfische sich schon gegenseitig mit gezielten Schwanzflossenschlägen.
Apistogramma_hongsloi_6.1...
Apistogramma hongsloi, 2 Monate nach dem Schlupf

Wenn die junge Mutter beunruhigt war, gelang es ihr ganz gut, mit kurzen, aber auffallenden Zuckbewegungen ihren kleinen Trupp zusammen zu halten. Sie begnügte sich nicht damit, mit einzelnen Flossen zu zucken, nein, es war ihr ganzer Körper, durch den dabei ein Ruck ging. Dann sputeten sich die Kleinen und kehrten zur Mutter zurück. Wenn sie schon in ihrer Nähe waren, legten sie sich auf den Boden und rührten sich eine ganze Zeit lang nicht. - Wie das Bild rechts zeigt, sind die Jungfische speziell in der ersten Woche durch dunkle Flecken farblich perfekt getarnt und von Fressfeinden sicher nur schwer zu entdecken.

Die Bruthöhle wird tagsüber weder von der Mutter noch von den Kleinen beachtet. Zur Nacht jedoch zieht sich der ganze Trupp dorthin zurück, wo es am sichersten ist, in die Höhle. Wenn am Abend die Lichtmenge reduziert wird, holt die Mutter die Jungen zu sich in die Höhle. Wie sie das im Einzelnen anstellt, wird im Video gezeigt. - Im Inneren der Höhle schlafen die Mutter und ihre Nachkommenschaft auf dem Boden liegend bis es wieder hell wird. Wenn sie tief schlafen, liegen sie völlig ruhig am Grund, nicht einmal ihre Brustflossen bewegen sich dann. Eine eigentliche Nachtfärbung zeigen sie nicht.

Die drei Wochen alten Jungfische verstreuen sich tagsüber nahrungssuchend im Aquarium, da gibt es keine erkennbare Führung von der Mutter und keinen Schwarmverband mehr. Offenbar haben sie von dem Vater und dem zweiten Weibchen nichts zu befürchten. Allerdings halten sie sich noch fast ausschließlich im mütterlichen Territorium auf. Auch wenn es so scheint, als würden die Kleinen schon eigene Wege gehen: Zum Abend versammeln sie sich wieder alle von der Bruthöhle und nächtigen noch wie vor mit ihrer Mutter im Höhleninneren. - Genau 35 Tage nach dem ersten Ablaichen hatte das Weibchen wieder Eier, am gleichen Ort in der gleichen Höhle. Wieder in etwa die gleiche Eizahl dunkelroter Laichkörner, wieder waren einige wenige nicht befruchtet. Das Spiel beginnt also von Neuem!

In der Zwischenzeit wurde das zuletzt eingesetzte Weibchen weiter gejagt – ich muss aber betonen, dass das Männchen sehr viel energischer hätte sein können. Aber ich zweifelte sehr an der Richtigkeit meiner Entscheidung, in dieses kleine Aquarium ein zweites Weibchen einzusetzen. Doch gerade als ich mich entschlossen hatte einzugreifen und das neue Weibchen aus seiner mißlichen Lage befreien wollte, bemerkte ich, dass nun auch  das drangsalierte Weibchen eine Höhle bezogen hatte, eine meiner selbstgebrannten Tonhöhlen, die so weit wie nur möglich von der Höhle der Schwester entfernt war. Und zu allem Überfluss verteidigte sie das Umfeld ihrer neuen Wohnung gegen Jedermann, sogar gegen das Männchen. Sollten sie etwa unbemerkt abgelaicht haben?

Apistogramma hongsloi: Das zweite Weibchen an seiner Bruthöhle. Mittlerweile gibt sie auch dem Männchen mit peitschenden Schwanzflossenschlägen kräftig Contra!

Nach einiger Zeit der Beobachtung wurde mir klar, dass ich das Ablaichen verpasst hatte. Schade, ich hätte es gern dokumentiert. Bei meinen Berichten zu Apistogramma borellii (>>>, unten!) und A. cacatuoides (>>>) kann man sehen, dass Männchen und Weibchen gemeinsam oder nacheinander rücklings schwimmend den Laich am Höhlendach ablegten bzw. besamten. So kann es hier nicht gewesen sein, denn der Höhleneingang war ganz bewusst so gewählt, dass wohl die kleinen Weibchen hinein schwimmen konnten, nicht aber das Männchen. Das ist zweifellos von Vorteil für das Weibchen, ein privates Frauenhaus gewissermaßen! Der zukünftige Vater muss beim Ablaichen vor dem Höhleneingang gestanden haben und die Spermien mit heftigen Schlägen der Schwanzflosse ins Innere der Höhle geschwemmt haben. So habe ich das auch bei A.cacatuoides und borellii gesehen und in Fotos dokumentiert. - Der Laich wird auch unter diesen Umständen befruchtet. Bei meinen hongsloi blieben beim ersten Mal nur sehr wenige Eier unbefruchtet, beim zweiten Vorgang gab es keine unbefruchteten Laichkörner.

Um das zu Überprüfen hatte ich die Höhle des brutpflegenden Weibchens Nr. 2 anheben müssen. Im Film ist zu sehen, dass das die Mutter in keiner Weise geschockt hatte. Ich zählte an die 60 Laichkörner, übrigens alle dunkelrot, so wie auch bei ihrer Schwester vorher. Nun ist sie wieder eifrig bei der Brutpflege und erweitert die Höhle, aus der sie noch tüchtig Bodengrund hinaus bringt.

Inzwischen schwimmt die Schwester mit ihrer Brut durch die andere Aquarienhälfte und der Vater ist gerade dabei, es sich in einer halbierten Kokosnussschale bequem zu machen, indem er dort Sand hinaus trägt. So hat er nun auch ein eigenes Heim. Hier ist sein Ruheplatz in der Nacht. Ansonsten patrouilliert er aber unbehelligt durch das ganze Aquarium. Nur wenn er den Weibchen etwa auf ein bis zwei Fischlängen zu nahe kommt, wird er von der kleinen Mutter zunächst breitseits angeschwommen und dann sanft aber nachdrücklich mit kleine Bissen in den Vorderkörper weggedrückt. Er wehrt sich oft mit kräftigen Schlägen mit der Schwanzflosse. Damit trifft er zwar seine Partnerinnen nicht direkt, aber der so erzeugte Druckwelle gegen den Kopf gibt den Weibchen einen Eindruck von seiner Kraft. Die aber sind im Bereich ihrer Reviere keineswegs schüchtern und geben ihm kräftige Schwanzflossenschläge zurück! ** In der Tat, mit diesen Fischen macht Aquaristik wirklich Freude!

Im nächsten Monat gab es noch einiges Neues mit diesem Trio und seiner Nachkommenschaft zu erleben. Auf der Folgeseite dazu Ausführliches und einen weiteren Film:  >>>

Apistogramma_hongsloi-Aqu...
Das beschriebene Hongsloi-Aquarium zur Kante fotografiert, links an der Seitenscheibe die Bruthöhle des ersten Weibchens, rechts die Aquarienrückseite mit der Bruthöhle von Weibchen 2.

© Dr. Jörg Vierke

letzte Bearbeitung 8. 12. 2012

Literatur:

Kullander, S.O., 2003. Cichlidae (Cichlids). p. 605-654. In R.E. Reis, S.O. Kullander and C.J. Ferraris, Jr. (eds.) Checklist of the Freshwater Fishes of South and Central America. Porto Alegre: EDIPUCRS, Brasil.

Linke, H. und W. Staeck, 2001: Kleine Buntbarsche - Ein Handbuch für Bestimmung, Pflege und Zucht, Tetra Verlag, Bissendorf.

 

*  Ich erhielt diese Höhle von Roland Kipper. Ihm sei an dieser Stelle nochmals herzlich gedankt!

** Dieses und manche andere Beobachtung ist nicht als Text und auch nicht durch Fotos zu verdeutlichen. Dazu braucht es das Medium Film! Hier die Videos zu Apistogramma hongsloi:

Der erste Film gibt Informationen zur Haltung und einen Eindruck vom Balzverhalten der Rotstrichapistogramma
Im zweiten Film Ausführliches zur Brutpflege der A. hongsloi mit spektakulären Aufnahmen aus dem Inneren der Bruthöhle
Nach einer kurzen Einführung wird gezeigt, was sich in der ersten halben Stunde nach dem Einschalten des Aquarienlichts bei der Apistogramma hongsloi-Familie abspielt

Weiteres für Apistogramma-Freunde:  

Apistogramma cacatuoides >>>

Apistogramma resticulosa >>>

Apistogramma regani (in Fischverhalten.de) >>>

Apistogramma rubrolineata (Film, unten auf der Seite!)  >>>

Apistogramma borellii (Laichserie, unten auf der Seite!)  >>>

Apistogrammoides pucallpaensis  >>>

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