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Apistogramma bitaeniata, der Querbinden-Zwergbuntbarsch

 


© Dr. Jörg Vierke

 

 

Wenn ein Zuchtaquarium reich mit Pflanzen, Steinen und Blumentöpfen ausgestaltet ist, braucht es selbst für den relativ großen Apistogramma bitaniata nicht mehr als 20 Liter zu fassen
Unschlüssig schwimmt das Männchen von einer Blumentopfhöhle zur anderen. Weiche ist als Brutplatz geeignet?
Nur selten verlässt die zukünftige Mutter ihren Brutplatz. Ihre Färbung zeigt. dass sie beunruhigt ist.
Das Weibchen trägt noch sein schlichtes Normalkleid, das besonders außerhalb der Brutzeit gezeigt wird
Die bitaeniata-Frau hat Sand aus der Höhle herausgeschafft und sie so geräumiger gemacht. Die tiefroten Eier mit den weißen Polen hängen bereits an der Höhlendecke
Unweit vom Laichort steht das Männchen. In dieser Zeit ist das sonst friedfertige Tier angriffslustiger.
Gerade kehrt die Mutter wieder zum Laich zurück. Sie ist wieder beruhigt, der schwarze Längsstrefen verblasst gerade. Das Brutpllegekleid eines völlig ruhigen A. bitaeniata-Weibchens ist leuchtend gelb mit dem hier gezeigten schwarzen Bartstreifen und lem hier auch angedeuteten schwarzen Fleck genau in der Körpermitte.

Zweitnamen: Ich lernte ihn noch als Apistogramma kleei kennen. Ein weiteres Synonym ist  A. klausewitzi, möglicherweise auch A. sweglesi! Im Deutschen wird auch die wenig aussgekräftige Bezeichnung Zweistreifen-Zwergbuntbarsch benutzt - als Übersetzung des wissenschaftlichen Namens.
Kennzeichen: Schlanke Apistogramma-Art, die in fast jeder Stimmung ein mehr oder weniger deutlich ausgeprägtes dunkles Körper-Längsband zeigt, das am Augenhinterrand beginnt und im vordersten Teil der Schwanzflosse endet. Etwa unter dem achten Rückenflossenstrahl erkennt man regelmäßig eine fleckenartige Erweiterung des Längsbandes. Gelegentlich in beiden Geschlechtern ein unterhalb des Längsstreifens verlaufender schwächerer Parallelstreifen. Abgesehen von diesen Merkmalen erkennt man die Art wie bei den meisten Apistogramma-Arten am ehesten an der Gestalt der Männchen (siehe Abschnitt "Geschlechtsunterschiede!").
Eine von den größeren Apistogramma-Arten: Gesamtlänge der Männnchen bis zu 10 cm. die Weibchen erreichen 6 cm
Bei dieser Art gibt es verschiedene Farbvarianten, die vermutlich vom jeweiligen Fundort abhängig sind. Es gibt Formen, die am Körper mehr Grau aufweisen, einige zeigen mehr blaue Farben. Es gibt aber auch eine Variante mit besonders kräftigen Rottönen. Diese Färbung erstreckt sich nicht nur auf die Rückenpartie, sondern auch auf die Flossen, mit Ausnahme der Brustflossen. Solche Tiere findet man aber nur selten; ihre natürlichen Verbreitungsgebiete sind unbekannt.
Geschlechtsunterschiede: Männchen mit hoher Rückenflosse, die wegen der starken Verlängerung ihrer ersten Flossenmembranen, die an den Spitzen oft orange gefärbt sind, wie eine Indianerhaube aussehen. Die Schwanzflosse ist zweizipfelig und weist in ihrem hinteren Mittelteil mehrere Querbinden auf (deutscher Name!), die aber nicht immer deutlich sind. Die Afterflosse der Männchen ist deutlich in der Richtung des Strahlenverlaufs gestreift. Weibchen wesentlich kleiner mit kürzeren Flossen, Schwanzflosse rund, bei älteren Weibchen etwas eckig. In Laichstimmung ist die obere Körperhälfte gelegentlich grau getönt. Entlang des Körperlängsstreifens dann oben und unten je eine Serie von bis zu fünf auffallend hellen Punkten.
Herkunft: Aus den Zuflüssen im Bereich des oberen Amazonas, Ostperu und Westbrasilien.
Pflegeanspcüche: Als Fische, die gegen Salmler und Welse absolut friedfertig sind, eignen sie sich ausgezeichnet für größere gut bepflanzte Gesellschaftsaquarien. Man sollte aber an Wurzelunterstände und Steinhöhlen denken. Sie fressen Trockenfutter, sollten zum guten Gedeihen aber gelegentlich Lebendfutter (möglichst Tümpelfutter) bekommen.
 Querbinden-Zwergbuntbarsche sind zwar nicht gerade schwierig zu halten und zu züchten, doch sollte man sie in leicht saurem, nicht zu hartem Wasser (auf Dauer nicht über 10° dGH) halten.
Haltung: Querbinden-Zwergbuntbarsche lieben gut bepflanzte Becken mit sandigem Bodengrund oder feinkörnigem Kies. Sie benötigen Wurzelunterstände und mehrere Höhlen. Es sind ausgezeichnete Cichliden für das mit Salmlern und Panzerwelsen besetzte Südamerika-Gesellschaftsbecken, da sie gegen Nicht-Cichliden absolut friedfertig sind. Die Männchen sind aber untereinander so aggressiv, dass man auch in großen Aquarien nicht mehr als ein einziges Männchen unterbringen sollte. Es wird dann vorteilhaft mit mehreren Weibchen vergesellschaftet, die alle ihre Reviere gegeneinander abgrenzen. Man braucht mindestens so viele Höhlen wie man Weibchen hat, besser ein oder zwei mehr.
Zucht: In kleineren Aquarien (ab 60 cm Länge) paarweiser Ansatz, besser ein Männchen mit zwei oder drei Weibchen. Für entsprechend viele Bruthöhlen sorgen! Zur Zucht Temperatur auf etwa 27" C erhöhen. Wasser nicht härter als 8 dGH und sauer (PH 5-6).
Das Weibchen klebt die 40-60 Eier unter die Höhlendecke und übernimmt alleine die Brutpflege. Mittel gegen Laichverpilzung (sehr vorsichtige Dosierung!) wichtig. Die Larven schlüpfen nach 2 Tagen und brauchen dann noch weitere drei bis 5 Tage bis zum Freischwimmen. Dann fressen die Jungtiere sofort frischgeschlüpfte Artemia salina.


Der Blaurote A. bitaeniata

Ich fotografierte diesen eindrucksvollen Fisch vor schon mehreren Jahren im Aquarienkeller von K.-H. Goretzki / Stade. Er erhielt ihn als Importfisch (genauer Fundort unbekannt). Leider blieben alle Versuche, den Fisch nachzuzüchten, vergeblich. Eine genauere Nachuntersuchung der toten Tiere zeigte weder in der Flossen- oder in der Schuppenformel Unterschiede zu A. bitaeniata.

Literaturhinweise::

Schmettkamp, Werner: (1981): Apistogramma bitaeniata DCG Info 12 (8).
Vierke J. (1976): Apistogramma kleei, ein Juwel unter den Zwergbuntbarschen Aquarien-Magazin , Stuttgart,
472 -474
Vierke J. (1987): Zwergcichliden. Albrecht Philler Verlag, Minden (ein großer Teil des vorliegenden Textes wurde diesem Buch entnommen!)

© Dr. Jörg Vierke


Der kommentierte Foto-Film zum Bericht: